<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns:jxb="http://java.sun.com/xml/ns/jaxb" xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xmlns:tns="http://textgrid.info/namespaces/metadata/core/2010" xmlns:tgl="http://textgrid.info/namespaces/metadata/language/2010" xmlns:tgs="http://textgrid.info/namespaces/metadata/script/2010" xmlns:tgr="http://textgrid.info/namespaces/metadata/agent/2010" xml:id="tg1764" n="/Literatur/M/Birlinger, Anton/Märchen und Sagen/Sitten und Gebräuche/Sitten und Gebräuche/5./393. Das Häubeln">
   <teiHeader xmlns:fn="http://www.w3.org/2005/xpath-functions" xmlns:xi="http://www.w3.org/2001/XInclude" xmlns:a="http://www.textgrid.info/namespace/digibib/authors">
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title>393. Das Häubeln</title>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <idno type="handle">hdl:11858/00-1734-0000-0005-F9F8-3</idno><idno type="TextGridUri">textgrid:zvst.0</idno><availability>
               
               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
                                   davon einzeln zugängliche Teile sind eine Abwandlung des Datenbestandes von
                                   www.editura.de durch TextGrid und werden unter der Lizenz Creative Commons
                                   Namensnennung 3.0 Deutschland Lizenz (by-Nennung TextGrid) veröffentlicht. Die
                                   Lizenz bezieht sich nicht auf die der Annotation zu Grunde liegenden
                                   allgemeinfreien Texte (Siehe auch Punkt 2 der Lizenzbestimmungen). </p>
               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/legalcode">Lizenzvertrag</ref>
               </p>
               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> Eine vereinfachte
                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
               </p>
               <p>
                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
               </p>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <biblFull>
               <titleStmt>
                  <title>Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche (Volksthümliches aus Schwaben 2). Freiburg im Breisgau: Herder’sche Verlagshandlung, 1862.</title>
                  <author key="pnd:119178818">Birlinger, Anton</author>
               </titleStmt>
               <extent>435-</extent>
               <publicationStmt>
                  <date when="1862"/>
                  <pubPlace>Breisgau</pubPlace>
               </publicationStmt>
            </biblFull>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc>
         <creation>
            <date notBefore="1834" notAfter="1862"/>
         </creation>
         <textClass>
            <keywords scheme="http://textgrid.info/namespaces/metadata/core/2010#genre">
               <term>other</term>
            </keywords>
         </textClass>
      </profileDesc>
   </teiHeader>
                     <text>
                        <body>
                              
                                 
                              
                              
                              <div type="text" xml:id="tg1764.2">
                                 <div type="h4">
                                    <head type="h4" xml:id="tg1764.2.1">
                                       <pb n="435" xml:id="tg1764.2.1.1"/>
393. Das Häubeln.</head>

                                    <p xml:id="tg1764.2.2">In Göslingen bestehen in mehreren Häusern, die seit Jahren gleichsam ein dingliches Recht darauf haben, sog. »<hi rend="spaced" xml:id="tg1764.2.2.1">Außeläuf</hi>«, d.h. Liechtkarzen. Es werden hier die Gemeindesachen etc. besprochen, Geschichtchen erzählt u.s.w. Die Rede in dem »<hi rend="spaced" xml:id="tg1764.2.2.2">Außelauf</hi>« ist frei, dagegen sind alle Mitglieder zu strengem Stillschweigen verpflichtet. Wenn nun ein Mitglied sich gegen diese Pflicht und Regel verfehlt, mehrere Tage grundlos wegbleibt oder, was noch ärger, zu einem anderen, wol auch nicht gesinnungsgleichen »<hi rend="spaced" xml:id="tg1764.2.2.3">Außelauf</hi>« übergeht, ein gegebenes Versprechen nicht hält, so wird er, sobald er der Mehrzahl der Glieder seines früheren »<hi rend="spaced" xml:id="tg1764.2.2.4">Außelaufs</hi>« in Gesellschaft begegnet, »<hi rend="spaced" xml:id="tg1764.2.2.5">gehäubelt</hi>«. Dieses besteht darin, daß die Betreffenden einen Kreis um den Verurteilten schließen und auf ein gegebenes Zeichen über diesen herfallen und ihn, soweit sie beikommen, an den Haaren, Kleidern etc. so lange zerren und verzausen, bis dieser durch ein Versprechen von einer Quantität Bier sich von der Fortsetzung loskauft.</p>
                                    <p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg1764.2.3">Bei den genannten »<hi rend="spaced" xml:id="tg1764.2.3.1">Außeläufen</hi>« wird bei nahender Frühlingszeit der sog. »<hi rend="spaced" xml:id="tg1764.2.3.2">Scheidewecken</hi>« gegessen. Es wird ein großer weißer Brodlaib aufgelegt, auch Branntwein und Bier beigeschafft und so der Abschid von der »Wintersaison« gehalten.</p>
                                 </div>
                              </div>
                           </body>
                     </text>
                  </TEI>
