<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns:jxb="http://java.sun.com/xml/ns/jaxb" xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xmlns:tns="http://textgrid.info/namespaces/metadata/core/2010" xmlns:tgl="http://textgrid.info/namespaces/metadata/language/2010" xmlns:tgs="http://textgrid.info/namespaces/metadata/script/2010" xmlns:tgr="http://textgrid.info/namespaces/metadata/agent/2010" xml:id="tg100" n="/Literatur/M/Wernicke, Christian/Gedichte/Überschrifften in zehn Büchern/Der Uberschriffte zweytes Buch/16. Atheisten">
   <teiHeader xmlns:fn="http://www.w3.org/2005/xpath-functions" xmlns:xi="http://www.w3.org/2001/XInclude" xmlns:a="http://www.textgrid.info/namespace/digibib/authors">
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title>16. Atheisten</title>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <idno type="handle">hdl:11858/00-1734-0000-0005-9FF4-6</idno><idno type="TextGridUri">textgrid:x6gm.0</idno><availability>
               
               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
                                   davon einzeln zugängliche Teile sind eine Abwandlung des Datenbestandes von
                                   www.editura.de durch TextGrid und werden unter der Lizenz Creative Commons
                                   Namensnennung 3.0 Deutschland Lizenz (by-Nennung TextGrid) veröffentlicht. Die
                                   Lizenz bezieht sich nicht auf die der Annotation zu Grunde liegenden
                                   allgemeinfreien Texte (Siehe auch Punkt 2 der Lizenzbestimmungen). </p>
               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/legalcode">Lizenzvertrag</ref>
               </p>
               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> Eine vereinfachte
                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
               </p>
               <p>
                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
               </p>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <biblFull>
               <titleStmt>
                  <title>Christian Wernicke: Epigramme, Herausgegeben von Rudolf Pechel, Berlin: Mayer &amp; Müller, 1909.</title>
                  <author key="pnd:118631586">Wernicke, Christian</author>
               </titleStmt>
               <extent>179-</extent>
               <publicationStmt>
                  <date when="1909"/>
                  <pubPlace>Berlin</pubPlace>
               </publicationStmt>
            </biblFull>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc>
         <creation>
            <date notBefore="1661" notAfter="1725"/>
         </creation>
         <textClass>
            <keywords scheme="http://textgrid.info/namespaces/metadata/core/2010#genre">
               <term>verse</term>
            </keywords>
         </textClass>
      </profileDesc>
   </teiHeader>
                  <text>
                     <body>
                           
                              
                           
                           
                           <div type="text" xml:id="tg100.2">
                              <div type="h4">
                                 <head type="h4" xml:id="tg100.2.1">16. Atheisten</head>

                                 <lg>
                                    <l xml:id="tg100.2.2">Dass ein verfluchter Mensch vor seinen <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.2.1">Irrthum</hi> stirbt,</l>
                                    <l xml:id="tg100.2.3">Und eh' er <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.3.1">Gott bekennt,</hi> des Lebens sich beraubet,</l>
                                    <l xml:id="tg100.2.4">Ja <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.4.1">Seel'</hi> und <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.4.2">Leib zugleich</hi> nach seinem Wahn<hi rend="italic" xml:id="tg100.2.4.3"> verdirbt,</hi>
                                    </l>
                                    <l xml:id="tg100.2.5">Ist wider die Vernunfft. Wer keinen Gott nicht glaubet,</l>
                                    <l xml:id="tg100.2.6">Der glaubt kein ander Leben nicht,</l>
                                    <l xml:id="tg100.2.7">Und kan mit freudigem Gesicht,</l>
                                    <l xml:id="tg100.2.8">Um dieses Leben zu erhalten</l>
                                    <l xml:id="tg100.2.9">Die unerschrockne Hände falten</l>
                                    <l xml:id="tg100.2.10">Vor jedem Baal und Astaroth.</l>
                                    <pb n="179" xml:id="tg100.2.11"/>
                                    <l xml:id="tg100.2.12">Die Ursach kan, und kommt drum nirgends anders her,</l>
                                    <l xml:id="tg100.2.13">Als dass in seinem strengen Raht</l>
                                    <l xml:id="tg100.2.14">Gott ihm <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.14.1">sein Hertz verstocket hat:</hi>
                                    </l>
                                    <l xml:id="tg100.2.15">So gar, dass keiner mehr als der,</l>
                                    <l xml:id="tg100.2.16">
                                       <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.16.1">Der Gott</hi> verleuchnend <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.16.2">stirbt, bezeugt es sey ein Gott.</hi>
                                       <ref type="noteAnchor" target="#tg100.2.19">
                                          <anchor xml:id="tg100.2.16.3" n="/Literatur/M/Wernicke, Christian/Gedichte/Überschrifften in zehn Büchern/Der Uberschriffte zweytes Buch/16. Atheisten#Fußnote_1"/>
                                          <ptr cRef="/Literatur/M/Wernicke, Christian/Gedichte/Überschrifften in zehn Büchern/Der Uberschriffte zweytes Buch/16. Atheisten#Fußnoten_1"/>
                                          <hi rend="superscript" xml:id="tg100.2.16.4.1">1</hi>
                                       </ref>
                                    </l>
                                 </lg>
                                 <lb xml:id="tg100.2.17"/>
                              </div>
                              <div type="footnotes">
                                 <head type="h4" xml:id="tg100.2.18">Fußnoten</head>

                                 <note xml:id="tg100.2.19.note" target="#tg100.2.16.3">
                                    <p xml:id="tg100.2.19">
                                       <anchor xml:id="tg100.2.19.1" n="/Literatur/M/Wernicke, Christian/Gedichte/Überschrifften in zehn Büchern/Der Uberschriffte zweytes Buch/16. Atheisten#Fußnoten_1"/>
                                       <ref cRef="/Literatur/M/Wernicke, Christian/Gedichte/Überschrifften in zehn Büchern/Der Uberschriffte zweytes Buch/16. Atheisten#Fußnote_1" xml:id="tg100.2.19.2">1</ref> 
                                       <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.19.3">Bezeugt es sey ein Gott.</hi> Dieses Argument, welches meines Wissens nach noch von keinem wider die<hi rend="italic" xml:id="tg100.2.19.4"> Gotts-Verläuchner</hi> gebrauchet worden, scheinet mir ohne <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.19.5">alle Widerrede</hi> und <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.19.6">Antwort</hi> zu seyn. Denn wenn andre irrige Menschen, zum Exempel, Juden und Türcken, lieber in den Todt gehen, als ihren Glauben, den sie vor rechtmässig halten, verläuchnen wollen, so geschiechet es theils aus <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.19.7">Furcht</hi> der ewigen Straffe, theils aus <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.19.8">Hoffnung</hi> der folgenden herrlichen Belohnung. Wenn aber ein <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.19.9">Gotts-Verläuchner,</hi> der an keine <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.19.10">Aufferstehung</hi> glaubet, und folgends von keiner <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.19.11">Furcht</hi> noch <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.19.12">Hoffnung</hi> geneiget wird, dennoch eben dergleichen <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.19.13">Hartnäckigkeit</hi> spüren lässet, und das <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.19.14">jetzige Leben als sein eintziges Gut</hi> umsonst verlieret, so kan es ja freylich von nichts anders herrühren, als dass der unergründliche Gott ihm sein Hertz wie Pharao, seinem weisen und unbegreifflichen Raht nach, verstocket hat. Und dieses ist die Ursach, dass um den Verstand dieser Sache richtig und klar vorzustellen, ich allhier durch einige Umschweiffe die vorgeschriebene Kürtze überschreiten, und lieber ein <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.19.15">guter Christ</hi> als <hi rend="italic" xml:id="tg100.2.19.16">richtiger Poet</hi> sein wollen. Unterdessen so hab' ich auch diesen Fehler durch folgender Uberschrifft zu verbessern gesucht:</p>
                                 </note>
                              </div>
                           </div>
                        </body>
                  </text>
               </TEI>
