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            <title>a. [Einst waren in einem Bauernhause nicht weit von Vechta zwei Handwerksburschen]</title>
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               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
                                   davon einzeln zugängliche Teile sind eine Abwandlung des Datenbestandes von
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                  <title>Ludwig Strackerjan: Aberglaube und Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg 1–2. ed. K. Willoh., Band 1, 2. Aufl., Oldenburg: Stalling, 1909.</title>
                  <author key="pnd:117305553">Strackerjan, Ludwig</author>
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                                          <p xml:id="tg998.2.2">Der Volksglaube befaßt sich auch mit der Verwandlung von Menschen in Wölfe. Darin finden sich Züge der Sage vom altheidnischen Werwolf (Fenrir). Zauberer und Hexen, die sich in Werwölfe verwandeln, bedienen sich dazu eine Gürtels, den sie vom Teufel erhalten haben. Der Werwolf unterscheidet sich vom natürlichen Wolf durch eine plumpe breite Gestalt. Oft erscheint er auch in der Gestalt eines Hammels. Er hat gewöhnlich ein bestimmtes Revier (enge Gassen, einsame Wege) und kann über eine bestimmte Grenze z.B. Kreuzweg nicht hinaus. Der Werwolf springt den Leuten auf den Rücken, schlingt seine Pfoten um ihren Hals; die Angefallenen sehen beim Zurseiteblicken seinen Kopf, fühlen seinen Atem. Sie laufen erschreckt davon, aber die Last auf dem Rücken wird mit jedem Schritte schwerer, bis sie schließlich zusammenbrechen oder an einem Kreuzweg der Unhold von ihnen abläßt. In Schweiß gebadet kommen die Menschen zu Hause an. In der Eifel sagt man, wer beherzt den Wolf verwunde, so daß Blut fließe, löse den Bann, der dem Menschen durch Anlegung des Teufelsgürtels die Wolfsgestalt gab, und das entzauberte Messer läge vor ihm. In der Wetterau muß der Angefallene ein Messer, auf dem drei Kreuze eingeritzt sind, über den Kopf werfen und beten: Das Blut Jesu Christi macht uns rein von Sünden, und sofort ist der Spuk vorbei. Der Werwolf stielt auch gern den Leuten, die draußen arbeiten, das Essen, nimmts ihnen auch wohl mit Gewalt ab. Andere stellen ihn als ein Ungetüm hin, das alles zerreißt und frißt, was ihm in den Weg kommt. Unter sieben Söhnen eines Ehepaares, heißt es im Jeverland, befindet sich stets ein Werwolf, wie unter sieben Töchtern eine Walriderske. Im Saterlande gebraucht man den Werwolf zum Einschüchtern der Kinder, namentlich, um sie von Roggenfeldern abzuhalten. Hier vertritt der Werwolf die Stelle der Roggemoor oder Roggenmoder (mutter). Vgl. 260.</p>
                                          <p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg998.2.3">Ein Schäfer hütete in Beeken Heidkamp in Bösel die Schafe. Plötzlich springt ihm was auf den Rücken. Er blickt <pb n="480" xml:id="tg998.2.3.1"/>
zur Seite und sieht, wie ein gehörntes schwarzes Untier ihm über die Schultern schaut. Das Wesen ist so schwer, daß er von demselben fast zu Boden gedrückt wird, und ihm der Atem ausgeht. Er fängt an zu beten und ihm wird wieder leicht, der Spuk ist verschwunden. Als er später nach Hause kommt, ist er naß von Schweiß infolge der ausgestandenen Angst und Aufregung. – Hier haben wir das gewöhnliche Auftreten des Werwolfs. Von Schafböcken weiß man, daß sie in der Brunftzeit Menschen anfallen, auf sie zuspringen. Geschieht dies im Finstern oder in Augenblicken, in welchen jemand arglos seines Weges dahin wandert, dann ist leicht eine Werwolfgeschichte erfunden.</p>
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                                             <p xml:id="tg999.2.2">Einst waren in einem Bauernhause nicht weit von Vechta zwei Handwerksburschen eingekehrt. Die Bauernfrau sagte ihnen, sie wolle sie gern aufnehmen, aber ihr Mann sei ein Werwolf; wenn der nach Hause komme, werde er sie beide auffressen. Die Handwerksburschen meinten aber, darauf wollten sie's wohl ankommen lassen, und ließen sich kaum bewegen, sich wenigstens zu verstecken und unter eine Bettstelle zu kriechen. Als nun der Mann nach Hause kam, sprach er, indem er mit der Nase schnüffelte: »Ich riech, ich rieche.« »Was riechst du denn?« fragte die Frau. »Ich riech, ich rieche Menschenfleisch«, erwiederte er. »Ach was«, sagte die Frau und suchte es ihrem Manne auszureden. Aber der Mann schnüffelte und schnüffelte, und es dauerte nicht lange, so fand er die beiden Handwerksburschen und fraß sie auf.</p>
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