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            <title>Worte eines durchfallkranken Stellungslosen in einen Waschkübel gesprochen</title>
         </titleStmt>
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            <idno type="handle">hdl:11858/00-1734-0000-0004-9976-9</idno><idno type="TextGridUri">textgrid:tfd8.0</idno><availability>
               
               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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               <p>
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               </p>
               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> Eine vereinfachte
                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
               </p>
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                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
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                  <title>Joachim Ringelnatz: Das Gesamtwerk in sieben Bänden. Herausgegeben von Walter Pape, Band 1: Gedichte, Band 2: Gedichte, Band 3: Dramen, Band 4: Erzählungen, Band 5: Vermischte Prosa, Band 6: Mein Leben bis zum Kriege, Band 7: Als Mariner im Krieg, Zürich: Diogenes, 1994.</title>
                  <author key="pnd:118601121">Ringelnatz, Joachim</author>
               </titleStmt>
               <extent>111-</extent>
               <publicationStmt>
                  <date when="1994"/>
                  <pubPlace>Zürich</pubPlace>
               </publicationStmt>
            </biblFull>
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            <date notBefore="1883" notAfter="1934"/>
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               <term>verse</term>
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                              <head type="h4" xml:id="tg77.3.1">Worte eines durchfallkranken Stellungslosen in einen Waschkübel gesprochen</head>

                              <lg>
                                 <l xml:id="tg77.3.2">Bloß weil ich nicht aus Preußen gebürtig.</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.3">Wo hab ich nur den Impfschein verloren?</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.4">Das lange Warten auf den Korridoren,</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.5">Das ist so un –, so unwürdig.</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.6">Wären wenigstens meine Haare geschoren.</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.7">Und den Durchfall habe ich auch.</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.8">Das geht mitten im Gespräch plötzlich eiskalt aus dem Bauch.</l>
                              </lg>
                              <lg>
                                 <lb xml:id="tg77.3.9"/>
                                 <l xml:id="tg77.3.10">Als mich Miß Hedwin erkannte und rief,</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.11">Die hab ich vor Jahren, in Genf, einmal – versetzt.</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.12">Nun sind meine Absätze schief.</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.13">Und sie trug ein Reitkleid und fütterte Küken.</l>
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                                 <l xml:id="tg77.3.15">Aber ich darf mich nicht bücken.</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.16">Denn meine – ach mein ganzes Herz ist zerfetzt.</l>
                              </lg>
                              <lg>
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                                 <l xml:id="tg77.3.18">Ob ich gespeist habe?</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.19">Ob mir die Hecke gefiele?</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.20">Ja ich habe – gespeist. – (In Genf!</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.21">Und zuletzt, vor drei Tagen, Semmel mit Senf)</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.22">Und mich können alle Hecken</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.23">Am Asche –.</l>
                              </lg>
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                                 <l xml:id="tg77.3.25">Vergessen sei Genf, vergessen die ganze Schweiz!</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.26">Dürfte ich nur noch einmal in Seifhennersdorf oder Zeitz</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.27">Steine klopfen.</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.28">Ach! – ich möchte jenem verdammten</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.29">Stellenvermittlungsbeamten</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.30">Siebzehn Legitimationspapiere meines Großvaters mütterlicherseits</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.31">In den Rachen stopfen!</l>
                              </lg>
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                                 <l xml:id="tg77.3.33">Auch hat mich vorübergehend durchzuckt:</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.34">Ich wollte sterben nach einer grellen Raketentat.</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.35">Ich habe Lysol und einen Drillbohrer verschluckt.</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.36">Ich sandte ein Kuvert an den Hamburger Senat;</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.37">In das Kuvert hatte ich kräftig gespuckt.</l>
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                                 <l xml:id="tg77.3.39">Aber niemand glaubt an den Dreck.</l>
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                                 <l xml:id="tg77.3.41">Nun ist meine Seife weg;</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.42">Irgend jemand stöbert in meinen Taschen. –</l>
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                                 <l xml:id="tg77.3.44">Ich kann mir doch nicht</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.45">Das Gesicht</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.46">Mit einem Bouillonwürfel waschen.</l>
                              </lg>
                              <lg>
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                                 <l xml:id="tg77.3.48">Nun warte ich auf gigantisches Weltgeschehn.</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.49">Wenn's mich – zusammen mit den andern – zerfleischt,</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.50">Wenn das Sterben der anderen, Glücklichen mich umkreischt,</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.51">– Dann –</l>
                                 <l xml:id="tg77.3.52">Dann will ich mir eine Zigarette drehn!</l>
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