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            <title>Tarpeja</title>
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         <publicationStmt>
            <idno type="handle">hdl:11858/00-1734-0000-0004-3481-8</idno><idno type="TextGridUri">textgrid:sckp.0</idno><availability>
               
               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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               </p>
               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> Eine vereinfachte
                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
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                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
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            <note>
                                    Entstanden wohl 1869, Erstdruck 1882.
                                 </note>
         </notesStmt>
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            <biblFull>
               <titleStmt>
                  <title>Conrad Ferdinand Meyer: Sämtliche Werke in zwei Bänden. Vollständiger Text nach den Ausgaben letzter Hand. Mit einem Nachwort von Erwin Laaths, München: Winkler, 1968.</title>
                  <author key="pnd:118581775">Meyer, Conrad Ferdinand</author>
               </titleStmt>
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               <publicationStmt>
                  <date when="1968"/>
                  <pubPlace>München</pubPlace>
               </publicationStmt>
            </biblFull>
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Tarpeja</head>

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                                    <l xml:id="tg121.3.2">Am Brunnen überflutet im Dämmerlicht</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.3">Der volle Krug und die Mägde merken's nicht,</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.4">Denn Nina plaudert: »Freundinnen, wißt ihr wohl,</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.5">Daß eine sitzt im Gestein am Kapitol?</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg121.3.7">Mein Schatz, der Beppo, hat sie unlängst gesehn</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.8">Vor ihrem runden Silberspiegel stehn,</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.9">Die sich zu Haupt das güldene Krönlein hub –</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.10">Mein Schatz, der Beppo, da er nach Münzen grub.</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg121.3.12">Er schlüpfte durch einen schmalen Felsengang,</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.13">Er tappte sich einen finstern Pfad entlang –</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.14">Sie glomm in Höllenlicht! Er rief: ›Wie schön!‹</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.15">Die Treppe brach mit donnerndem Getön.</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg121.3.17">Sie war des römischen Kastellanes Kind</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.18">Und sie verriet die Burg und das Burggesind!</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.19">Mit Fingerdeut bedang sich die schlaue Maid</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.20">Des Feindes Helmgekrön und Schildgeschmeid!</l>
                                 </lg>
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                                    <l xml:id="tg121.3.22">Die Krönlein all und die Stein' und goldnen Ring'</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.23">Beäugelt' sie, die in Feindes Lager ging!</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.24">Sie öffnet' ihm ein Tor mit sünd'gem Mut</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.25">Und sah des Vaters Haupt, es schwamm in Blut.</l>
                                 </lg>
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                                    <l xml:id="tg121.3.27">Doch da am Feinde sie die Löhnung sucht',</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.28">Ward sie mit Hohn erdrückt und mit Schildeswucht,</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.29">Sie stürzte, von ihrem eigenen Hort entseelt,</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.30">Erstickt vom Lohne, den sie selbst gewählt.</l>
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                                    <l xml:id="tg121.3.32">Dann grub die Zeit sie tief und tiefer ein,</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.33">Sie sank hinunter, hinab ins Felsgestein,</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.34">Hinab, hinunter viel hundert Klafter tief</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.35">Mit ihrem gleißenden Hort, darin sie schlief.</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg121.3.37">Da sitzt die arme Seele nun in Pein</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.38">Und putzt, die eitle, sich mutterseelenallein –</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.39">Tarpeja, gib heraus der Kettlein drei!</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.40">Wir tragen's den Knaben zu Lust in Lüften frei!</l>
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                                    <l xml:id="tg121.3.43">Tarpeja, gleite durch den Felsenspalt</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.44">Drei Kettlein und drei goldene Ringlein bald!</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.45">Tarpeja lieb! Wir sind zufrieden, gibst</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.46">Du nur, was du verächtlich beiseite schiebst.</l>
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                                    <l xml:id="tg121.3.48">Der Beppo sagt: ›Weil du begingst Verrat,</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.49">Bist du verdammt für deine Missetat!</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.50">Behüt mich Gott! In Ewigkeit verdammt!</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.51">Weil dir nach rotem Gold das Herz geflammt.</l>
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                                    <l xml:id="tg121.3.53">Man hört es oft‹ – so sagt er – ›wie du lachst,</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.54">Wann du dich schön vor deinem Spiegel machst!</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.55">Man hört es oft‹ – so sagt er – ›wie du weinst,</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.56">Weil nicht du kommst in den schönen Himmel einst!‹</l>
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                                    <l xml:id="tg121.3.58">Tarpeja lieb, entsage der bösen Lust!</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.59">Tarpeja, gib die Kettlein um Hals und Brust!</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.60">Wir beten, Arge, für dich den Rosenkranz,</l>
                                    <l xml:id="tg121.3.61">Du steigst empor, empor in den Himmelsglanz!«</l>
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