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            <title>227. Die Nachtigall</title>
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                  <title>Adalbert Kuhn: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands 1–2. Band 2, Leipzig: Brockhaus, 1859.</title>
                  <author key="pnd:116601825">Kuhn, Adalbert</author>
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                                       <p xml:id="tg2237.2.2">Man erzählt, die Nachtigall sei eine verwünschte Schäferin, die ihren Bräutigam, einen Schäfer, schlecht behandelte, da sie ihn ihre und seine Schafe bis spät in die Nacht hinein treiben ließ. Lange schon hatte sie ihm die Ehe versprochen, aber nie ihr Wort gehalten, bis der Schäfer endlich einmal im Unmuth ausrief, er wünsche, daß sie bis an den jüngsten Tag nicht schlafen könne. So ist's denn auch gekommen, die Nachtigall schläft auch bei Nacht nicht und singt ihr Klagelied in folgenden Worten: <hi rend="italic" xml:id="tg2237.2.2.1">»Is tît, is tît – to wît, to wît – Trizy, Trizy, Trizy</hi> (so hieß nämlich ihr Hund), – <hi rend="italic" xml:id="tg2237.2.2.2">to bucht, to bucht, to bucht«</hi> (der gewöhnliche Schäferruf, wenn der Hund die Schafe im Bogen treiben soll); darauf pfeift sie noch dreimal und schweigt dann. Gymnasiast Reinhold von Pommeresche aus Rügen.</p>
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