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            <title>Der Kapwein, und der Johannesberger</title>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <idno type="handle">hdl:11858/00-1734-0000-0003-B45C-F</idno><idno type="TextGridUri">textgrid:r1m6.0</idno><availability>
               
               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/legalcode">Lizenzvertrag</ref>
               </p>
               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> Eine vereinfachte
                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
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                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
               </p>
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            <note>
                                 Entstanden 1795. Erstdruck in: Klopstocks Werke, 2. Bd., Leipzig (Göschen) 1798.
                              </note>
         </notesStmt>
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            <biblFull>
               <titleStmt>
                  <title>Friedrich Gottlieb Klopstock: Oden, Band 1–2, Leipzig: Göschen, 1798.</title>
                  <author key="pnd:118563386">Klopstock, Friedrich Gottlieb</author>
               </titleStmt>
               <extent>224-</extent>
               <publicationStmt>
                  <date when="1798"/>
                  <pubPlace>Leipzig</pubPlace>
               </publicationStmt>
            </biblFull>
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               <term>verse</term>
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Der Kapwein, und der Johannesberger</head>

                              <lg>
                                 <l xml:id="tg183.3.2">Alter Vater Johann, zürne mir Deutschen nicht,</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.3">Dass ich die Tochter Konstanzia</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.4">Lieber (darf ich es auch, darf ich das trunkne Wort</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.5">Wagen?) lieber sie trink' als dich.</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.6">Du verzeihest vielleicht; doch die Kanoniker,</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.7">Deine Säuglinge, diese nicht!</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.8">Ohne Schimmer, (du liebst glänzende Eitelkeit,</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.9">Liebest Blendung des Auges nicht)</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.10">Ruhest du in dem Kristall. Deine Gerüche sind</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.11">Stiller Stärke Verkündiger.</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.12">Guter, alter Johann, froheres Leben dringt</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.13">Mit dir Greisen durch Mark und Bein!</l>
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                                 <l xml:id="tg183.3.15">Bald ist ihnen nicht mehr Krücke der Rebenstab;</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.16">Bald versuchen sie seinen Schwung.</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.17">Nun du hast es gehört, wie, dich zu preisen, mir</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.18">Meine schlürfende Lippe trof!</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.19">Hast verziehen. Allein Wahrheit ist wahr, und bleibt's!</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.20">Deine Tochter Konstanzia</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.21">Blinkt einladend, wenn sie Farbe des Goldes schmückt;</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.22">Doch wenn die des erwachten Tags,</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.23">Blinkt sie lockender, glüht, glüht wie die Braut, die sich</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.24">Nun doch auch zu gewaltig schämt.</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.25">Deiner Konstanzia Duft gleichet des Rbsenöhls,</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.26">Nein, gleicht dem der durchwürzten Luft,</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.27">Welche trinkt der Pilot, wenn ihm der Wimpel wehr</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.28">Nach den Inseln der Seligen.</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.29">Dicht mit Eichen bekränzt, wandte sich Tmolus einst,</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.30">Mit dem Gotte der Wald, dass hin</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.31">Bis ins tiefere Thal rauschten die Blätter, bis</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.32">Zu dem fliehenden Reh; so hast,</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.33">Alter Vater Johann, du dich nach mir gewandt,</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.34">Und zurauschend Konstanzia's</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.35">Preis vernommen. Sie hat bräutliche Röthe! sie</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.36">Duftet, wie Inseln der Seligen!</l>
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                                 <l xml:id="tg183.3.38">Und die Süsse, mit der sie auf die Zunge rint,</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.39">Rann aus dem Nektarpokale nicht.</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.40">Aber wer sitzet dir denn in dem beeichelten</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.41">Kranze, zechend mit wildem Schrey,</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.42">Dass dein Laub dir erbebt? Ha die Kanoniker</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.43">Sind es! Wehe mir! sind's, und ich</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.44">Bin verloren! Das Lob deiner Konstanzia</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.45">Hat zur Rache sie gegen mich</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.46">Angeflammet! Schon schliefst tobend ihr Kreis mich ein!</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.47">Schon zerschmettern sie, stümmeln mich,</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.48">Und wie vor Alters sein Haupt Orpheus im Hebrus floss,</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.49">Fliesset mir in dem Rhein das Haupt!</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.50">Aber die Stimm' ist auch mir todt nicht, Konstanzia</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.51">Ruft sie, die starrende Zunge ruft</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.52">Noch Konstanzia, und, Vater Johann, dein Kranz</l>
                                 <l xml:id="tg183.3.53">Hallet wieder Konstanzia!</l>
                              </lg>
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