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            <title>Der Mandarin</title>
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               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
                                   davon einzeln zugängliche Teile sind eine Abwandlung des Datenbestandes von
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               </p>
               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> Eine vereinfachte
                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
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                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
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                  <title>Klabund: Das heiße Herz. Balladen, Mythen, Gedichte, Berlin: Erich Reiß Verlag, 1922.</title>
                  <author key="pnd:118562681">Klabund</author>
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                  <pubPlace>Berlin</pubPlace>
               </publicationStmt>
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                                 <head type="h4" xml:id="tg110.3.1">Der Mandarin</head>

                                 <lg>
                                    <l xml:id="tg110.3.2">Das starre Licht des sonnenhaften Thrones</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.3">Fällt auf der Majestät gefurchte Mienen.</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.4">Um die Gestalt des hohen Himmelssohnes</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.5">Stehn in Ergebenheit die Mandarinen.</l>
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                                    <l xml:id="tg110.3.8">Er blickt, dieweil er leitet Licht und Land,</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.9">Durchs offne Fenster in den Blütenreigen.</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.10">Ein Blumenantlitz ist ihm zugewandt.</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.11">Ein Fächer winkt. Der Kaiser hebt die Hand</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.12">Und schreitet zwischen Köpfen, die sich neigen.</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg110.3.14">Am Neujahrstag erbat ich Audienz.</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.15">Der Kaiser war wie immer mir gewogen.</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.16">Er gab mir Urlaub. Urlaub bis zum Lenz.</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.17">Zu Weib und Kindern bin ich heimgezogen.</l>
                                 </lg>
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                                    <l xml:id="tg110.3.19">Im Westen geht die rote Sonne unter.</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.20">Die Spatzen lärmen irgendwo am Tor.</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.21">Ich bin am Ziel. Aus Sträuchern lächelt bunter</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.22">Bewimpelt wie ein Schiff mein Haus hervor.</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg110.3.24">Mein Weib! Mein Kind! Da bin ich endlich wieder!</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.25">Ihr findet Worte nicht und Tränen nur.</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.26">Der Bürgerkrieg zerreisst des Landes Glieder,</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.27">Und Galgen stehn statt Bäume auf der Flur.</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg110.3.29">Wir wrackes Boot, am Ufer angekettet,</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.30">Die Heimat liegt weit draussen auf dem Meer.</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.31">Wie schmerzlich klingen, weibisch und verfettet,</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.32">Der Wäscherinnen Rufe zu uns her ...</l>
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                                    <l xml:id="tg110.3.34">Wo ist der Wein? Er hat genug gegoren.</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.35">Ein Duft weht durch die dürren Baumalleen.</l>
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                                    <l xml:id="tg110.3.38">Die Räuber haben mir den Zopf geschoren.</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.39">Ihr Kindelein, ich hab den Weg verloren,</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.40">Es ist zu spät, im Dunkeln heimzugehn ...</l>
                                 </lg>
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                                    <l xml:id="tg110.3.42">Ich musste blutend tausend Meilen rennen,</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.43">An tausend Galgen sah ich mich verwehn.</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.44">Es wird schon Nacht. Komm, lass die Lampe brennen</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.45">Und lass uns schweigend in die Augen sehn ...</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg110.3.47">Du bist der tiefste Brunnen, draus zu schöpfen</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.48">Jahrtausende nicht müde werden können.</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.49">Und wenn sie jeden Morgen neu begönnen,</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.50">Nur immer reicher strömt es ihren Töpfen.</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg110.3.52">Um deinetwillen lassen sie sich köpfen,</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.53">O Sohn des Himmels, dass ihr Herzblut rönne</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.54">Und eine Träne deines Augs gewönne.</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.55">Wer stürb nicht selig unter deinen Zöpfen</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg110.3.57">Am höchsten Turm von Peking aufgehängt?</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.58">Er legt die Haarschnur um den Hals sich stumm,</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.59">In der er zart nun wie ein Tänzer schwenkt.</l>
                                 </lg>
                                 <lg>
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                                    <l xml:id="tg110.3.61">Er greift, als spiele er Harmonium.</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.62">Kaum hat der Tod den kahlen Kopf gesenkt,</l>
                                    <l xml:id="tg110.3.63">Legt schon ein andrer sich die Haarschnur um.</l>
                                 </lg>
                              </div>
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