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            <title>3. [Schläfst du. Es ist schon Tag. - Ist's wirklich Tag]</title>
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            <idno type="handle">hdl:11858/00-1734-0000-0003-645D-0</idno><idno type="TextGridUri">textgrid:q3wm.0</idno><availability>
               
               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> Eine vereinfachte
                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
               </p>
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                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
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            <biblFull>
               <titleStmt>
                  <title>Paul Heyse: Gesammelte Werke, 3 Reihen in 15 Bänden, Stuttgart: Cotta, 1924. [Nachdruck: Hildesheim, Zürich, New York: Georg Olms Verlag, 1991].</title>
                  <author key="pnd:118550772">Heyse, Paul</author>
               </titleStmt>
               <extent>191-</extent>
               <publicationStmt>
                  <date when="1924"/>
                  <pubPlace>Stuttgart</pubPlace>
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                                       <l xml:id="tg93.2.2">Schläfst du? Es ist schon Tag. – Ist's wirklich Tag?</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.3">Mich dünkt, die Nacht ist eben angebrochen.</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.4">Mein Ohr ist taub dem frühen Stundenschlag.</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.5">Es lauscht, wie es getan seit so viel Wochen,</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.6">Ob noch das Stimmchen uns nicht rufen will,</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.7">Das Fingerchen an unsre Türe pochen.</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.8">Rief es nicht da? Nein; alles totenstill,</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.9">Und nur der Gram, der über Nacht geruht,</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.10">Schreit plötzlich auf mit Stöhnen, bang und schrill.</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.11">Ist's möglich? Nie mehr wird es uns so gut,</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.12">Durch unsres Kindes Weckruf zu erwachen?</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.13">O wie das wehe, wie das wehe tut!</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.14">Nie mehr zu hören, wie mit leisem Lachen</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.15">Im Zwielicht etwas tappt an unser Bette</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.16">Bis uns gefällt, die Augen aufzumachen,</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.17">Und dann, nie rastend an derselben Stätte,</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.18">Sich in die Decke wickelt und versteckt,</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.19">Als ob die Schnecke nun ihr Häuschen hätte;</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.20">Bald neben uns sich wie zum Schlafen streckt,</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.21">Und wenn es eben mäuschenstille lag,</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.22">Mit neuer Schelmerei uns jauchzend neckt.</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.23">Das soll nie wiederkommen, und den Tag,</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.24">Den sonnenlosen, soll man überleben,</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.25">Wo man erwacht ist ohne Lerchenschlag?</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.26">Wohl! ins Notwend'ge gilt's sich zu ergeben;</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.27">Wir werden's, du und ich. Doch keine Hand</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.28">Wird je von unserm Tag den Schleier heben,</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.29">Bis aus des Lebens Grund emporgesandt</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.30">Ein neues Glück uns anlacht, als ein Bote</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.31">Der Hoffnung, die so frühe schon entschwand,</l>
                                       <l xml:id="tg93.2.32">Ein kurzer Traum im Lebensmorgenrote.</l>
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