<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns:jxb="http://java.sun.com/xml/ns/jaxb" xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xmlns:tns="http://textgrid.info/namespaces/metadata/core/2010" xmlns:tgl="http://textgrid.info/namespaces/metadata/language/2010" xmlns:tgs="http://textgrid.info/namespaces/metadata/script/2010" xmlns:tgr="http://textgrid.info/namespaces/metadata/agent/2010" xml:id="tg334" n="/Literatur/M/Günther, Johann Christian/Gedichte/Gedichte/Freundschaftsgedichte und -briefe/Breslau November 1719 - [Liegnitz] Juli 1721/An die Frau von Breszlerin, geb. von Wirth [2]">
   <teiHeader xmlns:fn="http://www.w3.org/2005/xpath-functions" xmlns:xi="http://www.w3.org/2001/XInclude" xmlns:a="http://www.textgrid.info/namespace/digibib/authors">
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title>An die Frau von Breszlerin, geb. von Wirth [2]</title>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <idno type="handle">hdl:11858/00-1734-0000-0003-25EF-3</idno><idno type="TextGridUri">textgrid:pcs6.0</idno><availability>
               
               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
                                   davon einzeln zugängliche Teile sind eine Abwandlung des Datenbestandes von
                                   www.editura.de durch TextGrid und werden unter der Lizenz Creative Commons
                                   Namensnennung 3.0 Deutschland Lizenz (by-Nennung TextGrid) veröffentlicht. Die
                                   Lizenz bezieht sich nicht auf die der Annotation zu Grunde liegenden
                                   allgemeinfreien Texte (Siehe auch Punkt 2 der Lizenzbestimmungen). </p>
               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/legalcode">Lizenzvertrag</ref>
               </p>
               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> Eine vereinfachte
                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
               </p>
               <p>
                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
               </p>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <biblFull>
               <titleStmt>
                  <title>Johann Christian Günther: Sämtliche Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe, Herausgegeben von W. Krämer, 6 Bände, Band 3, Leipzig: Karl Hiersemann, 1934.</title>
                  <author key="pnd:11854327X">Günther, Johann Christian</author>
               </titleStmt>
               <extent>94-</extent>
               <publicationStmt>
                  <date when="1934"/>
                  <pubPlace>Leipzig</pubPlace>
               </publicationStmt>
            </biblFull>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc>
         <creation>
            <date notBefore="1695" notAfter="1723"/>
         </creation>
         <textClass>
            <keywords scheme="http://textgrid.info/namespaces/metadata/core/2010#genre">
               <term>verse</term>
            </keywords>
         </textClass>
      </profileDesc>
   </teiHeader>
                     <text>
                        <body>
                              
                                 
                              
                              
                              <div type="text" xml:id="tg334.2">
                                 <div type="h4">
                                    <head type="h4" xml:id="tg334.2.1">
                                       <pb n="94" xml:id="tg334.2.1.1"/>
An die Frau von Breszlerin, geb. von Wirth</head>

                                    <lg>
                                       <l xml:id="tg334.2.2">Vergieb nur, Gnädigste, die Grobheit armer Noth!</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.3">Da mir das Eußerste von Schwäch und Mangel droht</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.4">Und unbekandtes Volck hier weder schüzt noch heilet</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.5">Noch anderswo ein Freund der Sehnsucht Rath ertheilet,</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.6">So flieh ich noch zu dir mit Ehrfurcht und Vertraun.</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.7">Ich kan mein Leipzig nicht halb lahm und dürftig schaun</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.8">Und warth allhier auf Trost und lieg in fremden Händen;</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.9">Die Misgunst wird mich zwar nach Wuntsch und Lügen schänden.</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.10">So geht's, wer einmahl liegt, den drückt wohl jede Luft.</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.11">Jedoch wenn hier mein Reim um etwas Gnade ruft,</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.12">So sündigt er wohl nicht; wenn ich auch nichts verdiene,</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.13">Verdient mein Unglück doch, daß beßre Hofnung grüne.</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.14">Versichre nur vor mich den gnädigsten Gemahl,</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.15">Mein Wuntsch sey fort und für, nach überstandner Qual</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.16">Ihm, wie ich schuldig bin, vor so viel Gnad und Güte</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.17">Nur einen Dienst zu thun. Ein großmuthsvoll Gemüthe</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.18">Entschuldigt dann und wann, wenn Jugend was versieht,</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.19">Die Jugend, die sich noch erst um Erfahrung müht.</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.20">Ach, würd ich jezt gestüzt! Ich könt in andern Ländern</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.21">Vielleicht in kurzer Zeit so Feind als Glücksstern ändern.</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.22">Ich kan nichts mehr als flehn, du aber gnädig seyn.</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.23">Die Marterwoch ist da, nur leider trift es ein;</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.24">Ach, wenn sich doch nur bald ein Tag der Ostern fände,</l>
                                       <l xml:id="tg334.2.25">An dem zum wenigsten die Hofnung auferstände!</l>
                                    </lg>
                                 </div>
                              </div>
                           </body>
                     </text>
                  </TEI>
