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            <title>An Fräulein von der Lühe</title>
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            <idno type="handle">hdl:11858/00-1734-0000-0002-E09E-3</idno><idno type="TextGridUri">textgrid:njr1.0</idno><availability>
               
               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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               </p>
               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> Eine vereinfachte
                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
               </p>
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                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
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                  <title>Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Gedichte. Neue, verbesserte u. vermehrte Ausgabe, Teil 1–4, Frankfurt a.M.: Hermannsche Buchhandlung, 1821.</title>
                  <author key="pnd:118540084">Goeckingk, Leopold Friedrich Günther von</author>
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               <extent>258-</extent>
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                  <pubPlace>Frankfurt a.M.</pubPlace>
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An Fräulein von der Lühe</head>

                                 <lg>
                                    <l xml:id="tg349.3.2">Ob ich nach deinen Küssen noch frage? – Dorette! wie fragst du?</l>
                                    <l xml:id="tg349.3.3">Was ist unter dem Mond' mehr wohl der Frage noch werth,</l>
                                    <l xml:id="tg349.3.4">Als ein herzlicher Kuß vom Rosenmunde der Unschuld?</l>
                                    <l xml:id="tg349.3.5">Mindestens dünket er doch Dichtern das liebste der Welt.</l>
                                    <l xml:id="tg349.3.6">Gold kann jeder im Schweiß' des Angesichtes erwerben,</l>
                                    <l xml:id="tg349.3.7">Man kauft vieles dafür, Küsse wie deine nur nicht.</l>
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                                    <l xml:id="tg349.3.9">Was man mit Golde nicht kauft, das könnten freilich die Fürsten</l>
                                    <l xml:id="tg349.3.10">Einem Dichter verleihn: Würden und Orden und Macht.</l>
                                    <l xml:id="tg349.3.11">Aber sie könnten doch nicht Dorettens Kusse gebieten,</l>
                                    <l xml:id="tg349.3.12">Daß er auf den Mund hüpf' aus dem Herzen empor,</l>
                                    <l xml:id="tg349.3.13">Daß er bemerken nicht soll die silberfarbenen Haare,</l>
                                    <l xml:id="tg349.3.14">Nicht die gefaltete Stirn, nicht den gebogenen Hals.</l>
                                    <l xml:id="tg349.3.15">Wenn sich je der Wunsch nach diesem Kusse verlöre:</l>
                                    <l xml:id="tg349.3.16">Dann so hoble du mir, Tischler! die Bretter zum Sarg'.</l>
                                    <l xml:id="tg349.3.17">Todtengräber! bereite mir dann nur immer im voraus</l>
                                    <l xml:id="tg349.3.18">Eine Grube, die mich, Hoffnung und Wünsche verschlingt.</l>
                                    <l xml:id="tg349.3.19">Aber nehmet euch beide noch Zeit; denn wisset, im Frühling'</l>
                                    <l xml:id="tg349.3.20">Kommt Dorette zu mir. Wartet so lange vorerst!</l>
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