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            <title>Lebensstimmung</title>
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            <idno type="handle">hdl:11858/00-1734-0000-0002-BAD7-7</idno><idno type="TextGridUri">textgrid:n4sb.0</idno><availability>
               
               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
                                   davon einzeln zugängliche Teile sind eine Abwandlung des Datenbestandes von
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               </p>
               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> Eine vereinfachte
                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
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                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
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                  <title>Emanuel Geibel: Werke, Herausgegeben von Wolfgang Stammler, Band 1 u. 2, Leipzig und Wien: Bibliographisches Institut, 1918.</title>
                  <author key="pnd:11853811X">Geibel, Emanuel</author>
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                  <date when="1918"/>
                  <pubPlace>Leipzig und Wien</pubPlace>
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                                    <lg>
                                       <l xml:id="tg173.3.2">O wer so recht die süße Kunst begriffe,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.3">Allein der schönen Gegenwart zu leben,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.4">Bei sanftem Windeshauch auf hohem Schiffe</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.5">Ein südlich Meer mit Wonne zu durchschweben,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.6">Im Traubengarten überm Felsenriffe</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.7">Beglückter Tage hold Gespinst zu weben,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.8">Als hätte nie das Herz in andern Stunden</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.9">Des Lebens Schmerz und Bitterkeit empfunden!</l>
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                                       <l xml:id="tg173.3.11">Wer das vermöchte! Wer bei jedem Gruße,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.12">Bei jedem Blick der Liebe könnte säumen!</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.13">Wer es verstünde, stets in sel'ger Muße</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.14">Sein Lied zu singen unter Blütenbäumen!</l>
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                                       <l xml:id="tg173.3.16">Ihm würde gern mit leichtem Götterfuße</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.17">Die Muse nahn in goldnen Dichterträumen,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.18">Und eh' er noch um solchen Preis gerungen,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.19">Wär' ihm die Stirn vom Lorbeer schon umschlungen.</l>
                                    </lg>
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                                       <l xml:id="tg173.3.21">Ich hab' es oft versucht, und oft erglänzte</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.22">Die Stunde mir, doch war's ein eitles Prangen;</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.23">Denn wenn ich kaum das Haupt mit Blumen kränzte,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.24">Erwachten alte Schuld und altes Bangen;</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.25">Am Becher, den der Freundschaft Hand kredenzte,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.26">Schien eine heiße Träne mir zu hangen,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.27">Und wenn ich froh die Saiten angeschlagen,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.28">Verhallten sie in sehnsuchtsvollen Klagen.</l>
                                    </lg>
                                    <lg>
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                                       <l xml:id="tg173.3.30">Mir ist die Lust ein Schifflein, das zersplittert,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.31">Sobald's aus stiller Bucht hinausgeschwunden,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.32">Ein tönern Bild, das über Nacht verwittert,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.33">Wie schön es auch mit Rosen war umwunden,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.34">Ein Flötenhall, der in der Luft verzittert,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.35">Wenn er getönt zwei selige Sekunden,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.36">Im Lebenskelch der flücht'ge Kranz des Schaumes,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.37">Ein Duft, ein Hauch, der Schatten eines Traumes.</l>
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                                       <l xml:id="tg173.3.39">Drum richtet nicht zu strenge die Gedichte,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.40">Wenn sie euch oftmals nahn im schwarzen Kleide;</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.41">Nicht alle sind genährt vom frohen Lichte,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.42">Nein, viele tränkt' ein Herz mit seinem Leide;</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.43">Und das bedenkt, dem Menschenangesichte</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.44">Ist auch die Trän' ein köstliches Geschmeide,</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.45">Und manchen Schatz, den ihr in Freudenstunden</l>
                                       <l xml:id="tg173.3.46">Vergeblich suchtet, hat der Schmerz gefunden.</l>
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