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            <title>Elegie</title>
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            <idno type="handle">hdl:11858/00-1734-0000-0002-B83F-2</idno><idno type="TextGridUri">textgrid:n40g.0</idno><availability>
               
               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
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                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
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                  <title>Emanuel Geibel: Werke, Herausgegeben von Wolfgang Stammler, Band 1 u. 2, Leipzig und Wien: Bibliographisches Institut, 1918.</title>
                  <author key="pnd:11853811X">Geibel, Emanuel</author>
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                  <date when="1918"/>
                  <pubPlace>Leipzig und Wien</pubPlace>
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                                    <lg>
                                       <l xml:id="tg165.3.2">O wie war mir daheim am nordischen Herde die Freude</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.3">Ein willkommener zwar, aber ein seltener Gast!</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.4">Denn bald scheuchte der Nebel sie fort, der grau und verdrießlich</l>
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                                       <l xml:id="tg165.3.6">Über das lachende Tal, über die Berge sich zog;</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.7">Bald vertrieb sie der lärmende Tag und das Dröhnen des Marktes,</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.8">Wo nur jeder sich selbst, keiner den Sänger vernahm.</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.9">Auch den störenden Schwarm der wilden Genossen vermied sie,</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.10">Und sie entfloh dem Gelag, fand sie die Zither verstimmt.</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.11">Manchmal nur, wenn im Arm der Geliebten sinnend ich ruhte,</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.12">Und ihr leuchtender Blick tief mir den Himmel erschloß,</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.13">Wenn wir in leisem Gespräch der rinnenden Stunden vergaßen,</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.14">Aug' in Auge versenkt, weilte die Liebliche gern.</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.15">Aber auch dann nur kurz. Bald kamen die schwatzenden Muhmen,</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.16">Vor dem geschäftigen Wort floh das verschüchterte Kind.</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.17">Wieder verstrichen darauf eintönige Wochen und Monde,</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.18">Und nach der Göttlichen Gruß blickte vergebens ich aus.</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.19">Glücklicher Süden, wie dank' ich es dir! Du hast die Entwichne</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.20">Neu mir vereint und sie ganz mir zur Vertrauten gemacht.</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.21">Schreit' ich hinaus ins Gebirg', so find' ich sie unter dem Lorbeer</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.22">Mein schon harrend: sie schläft, schön wie ein Mädchen, am Quell.</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.23">Aber sie hört des Nahenden Tritt, mit wehenden Locken</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.24">Springt sie empor, und zum Kuß hängt an den Lippen sie mir.</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.25">An das Gestade des Meers, zu den heiligen Schatten des Ölwalds</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.26">Leitet sie mich; sie besteigt mit mir den schwankenden Kahn;</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.27">Leis auch führt sie den Hang mich empor zu den Trümmern des Tempels,</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.28">Wo noch das Marmorgesims über den Säulen erglänzt;</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.29">Und sie deutet mir dort die verwitterten Bilder, ergänzend</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.30">Mit lebendigem Wort, was die Barbaren zerstört.</l>
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                                       <l xml:id="tg165.3.32">Faunen erblick' ich im bakchischen Tanz und trunkne Mänaden,</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.33">Hoch auf dem Panthergespann folgt mit dem Thyrsus der Gott;</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.34">Weiter verliert sich der taumelnde Zug; harmlosere Feste,</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.35">Wie sie Demeter gebeut, zeigt der gebildete Stein;</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.36">Hirten, mit Blumen bekränzt, und Jungfraun führen den Reigen,</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.37">Und im geläuterten Maß hebt sich und senkt sich der Fuß;</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.38">Sieh, dort stürmen auch Rosse heran. Die stäubende Rennbahn</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.39">Füllt sich mit Wagen, es strebt jeder der Erste zu sein.</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.40">Lorbeern winken dem Sieger als Preis, doch schöner als Lorbeern</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.41">Lohnt ihm des Dichters Gesang, der ihm Unsterblichkeit schenkt.</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.42">Also deutet die Himmlische mir die Gebilde der Künstler,</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.43">Und ich erkenne, wie schön einst sie die Völker regiert;</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.44">Wie sie mit lächelndem Blick die rohen Gewalten gezügelt,</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.45">Wie sie die sprossende Kraft stets auf das Große gelenkt.</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.46">O da wird mir die Seele so weit, unendliche Sehnsucht</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.47">Faßt mich, mit bebendem Mund sprech' ich ein stilles Gebet:</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.48">Weile bei mir, du Schönste von allen den Töchtern des Himmels,</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.49">Mit sanft lenkender Hand führe durchs Leben mich hin!</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.50">Zeige besänftigend mir die rechten Bahnen und dämpfe</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.51">Weise die Glut, und wenn blind einst mich die Leidenschaft faßt,</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.52">O da kühle das brennende Haupt und kränz' es mit Rosen,</l>
                                       <l xml:id="tg165.3.53">Bis mich der zögernde Gott still zu den Schatten entführt.</l>
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