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            <title>11. Auf Herrn Ilgens Leichbestattung</title>
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               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> Eine vereinfachte
                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
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                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
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                  <title>Paul Fleming: Deutsche Gedichte, Herausgegeben von J. M. Lappenberg, Band 1 und 2, Stuttgart 1865.</title>
                  <author key="pnd:118533908">Fleming, Paul</author>
               </titleStmt>
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                  <date when="1865"/>
                  <pubPlace>Stuttgart</pubPlace>
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                                       <p rend="zenoPC" xml:id="tg43.2.2">1632-1633.</p>
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                                       <l xml:id="tg43.2.4">Wer sagts, geehrter Man, itzt neuer Himmelsbürger,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.5">daß euch sei Leid geschehn, indem der wilde Würger,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.6">dem euch Gott zahm hieß sein, sich auch an euch gemacht</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.7">und durch sein scharfes Recht, wie Alles, umgebracht?</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.8">Wer sagts, euch sei nicht wol, als etwan eure Lieben,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.9">die über euren Fall sich billich hoch betrüben</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.10">und ernstlich traurig sein? Wir Andern, die wir euch</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.11">am Blute nicht verwandt, doch nach der Liebe gleich,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.12">die uns gesampt verknüpft, erkennen euer Glücke</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.13">und höchste Seligkeit. Ihr habt die Welt zurücke</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.14">und Alles, was sie ist. Die Erde laßt ihr stehn</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.15">und könnt mit sicherm Fuß itzt auf den Wolken gehn,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.16">die sich euch unterstreun. Ihr selbsten würdet sagen,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.17">wenn eine solche Wahl euch würde fürgeschlagen,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.18">ihr soltet kehren um: Bewahre mich mein Gott,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.19">daß ich aus Freud' in Leid, aus Leben in den Tod,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.20">aus Ruh' in Stürme zög'! ach! allzuwahr, in Stürme.</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.21">Was ist es seit der Zeit, daß schädliche Geschwürme,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.22">die Krieger, unser Land mit sich auch angesteckt,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.23">da immer eines noch in tausent Junge heckt</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.24">und hat sich wol besaamt? Was ist es, soll ich sprechen,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.25">wol anders seit der Zeit, als wenn die Klippen brechen,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.26">die Äolus verwahrt, die Winde reißen aus</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.27">und brausen durch die Welt? Da krachet manches Haus,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.28">manch edler Bau zerbricht. Wir haben es gesehen,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.29">ach leider! allzusehr, wie uns bisher geschehen,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.30">wie uns der Kriegessturm hat hin und her verweht,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.31">die Städte durchgesaust, die Dörfer umgedreht,</l>
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                                       <l xml:id="tg43.2.33">daß Nichts ihm ähnlich ist. Zumitten in dem Wesen,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.34">da es am ärgsten war, seid, Vater, ihr genesen;</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.35">genesen seid ihr nun und denkt nicht einmal dran,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.36">was euch der arge Feind für Dampf hat angetan,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.37">darüber ihr erlagt. Der Eidam ist erfreuet,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.38">den ihr euch schicktet vor. Die Tochter springt und schreiet:</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.39">komt Vater, Vater komt! Das liebe junge Paar</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.40">empfängt euch, wie es soll, sampt aller Geister Schaar,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.41">die Gott stets um sich hat. Wir wündschen uns ingleichen,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.42">daß wir doch an den Ort auch mögen bald gereichen,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.43">da keine Furcht mehr ist, da wir in Wahrheit sehn,</l>
                                       <l xml:id="tg43.2.44">es sei auch uns, wie euch, in Allem wol geschehn.</l>
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