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            <title>Venus Vita</title>
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               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> Eine vereinfachte
                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
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                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
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                  <title>Richard Dehmel: Aber die Liebe. Ein Ehemanns- und Menschenbuch, München: Albert &amp; Co., 1893.</title>
                  <author key="pnd:118679236">Dehmel, Richard Fedor Leopold</author>
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                  <pubPlace>München</pubPlace>
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                                 <head type="h4" xml:id="tg248.3.1">Venus Vita</head>

                                 <lg>
                                    <l xml:id="tg248.3.2">Und einen Feldweg, und um Morgengrauen,</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.3">die kahlen Bäume stehen da wie tot,</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.4">ich aber wandre, ohne aufzuschauen.</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.5">Ich fühle eine Furcht; und Regen droht.</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.6">Ich höre den gedüngten Acker schweigen;</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.7">und heute wird kein Morgenrot.</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.8">Die Straße teilt sich. In den schwarzen Zweigen</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.9">sagt keine Tafel mir die rechte Spur:</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.10">soll ich hinunter, soll ich steigen.</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.11">Da däucht mir, in der tiefen Flur</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.12">rief mich mein Name; aus ersticktem Munde.</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.13">Ich horche; Nichts. Im Osten nur</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.14">enttaucht ein Licht dem fernen blassen Grunde.</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.15">Es ist kein Stern, es schimmert warm und traut,</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.16">mir dämmert eine längst vergangne Stunde,</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.17">und wieder hor'ich fern und laut</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.18">die bange Stimme meinen Namen rufen;</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.19">und mir graut.</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.20">Mir scheinen plötzlich diese Ackerhufen</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.21">bekannt; ich bin so wandermatt;</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.22">und dieser Pfad, und diese Wurzelstufen?</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.23">hinab! – Schon wird der Abhang glatt;</l>
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                                    <l xml:id="tg248.3.25">auf Einmal, wie von einem Kinderwagen,</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.26">springt mir ein Rad</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.27">unter den Füßen auf. Ich seh es jagen,</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.28">es springt und rollt den Kiesweg vor mir her,</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.29">seh's Funken schlagen;</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.30">mein Schreck, mein Zittern wird Begehr,</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.31">ich muß ihm nach, es haben! bis zur Kehle</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.32">hämmert mein Herz, das Rad rennt immer mehr,</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.33">und immer ruft mich klagend jene Seele</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.34">und winkt das Licht,</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.35">das Rad – Ich – jetzt: ich greife, fehle,</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.36">es ist ein Lichtrad! halt! nach, eh's zerbricht!</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.37">ich fass'es, stürze – wach'ich? meine matten</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.38">Finger umklammern es, – nein – nicht:</l>
                                    <l xml:id="tg248.3.39">in meiner Hand zerrann es wie ein Schatten ...</l>
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