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            <title>Der Wunsch</title>
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               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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                  <title>Richard Dehmel: Erlösungen, Stuttgart: Göschen, 1891.</title>
                  <author key="pnd:118679236">Dehmel, Richard Fedor Leopold</author>
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                  <pubPlace>Stuttgart</pubPlace>
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                                 <head type="h4" xml:id="tg43.3.1">Der Wunsch</head>
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                                    <p rend="zenoPC" xml:id="tg43.3.2">
                                       <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.2.1">Ein Traum.</hi>
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                                 <lg>
                                    <l xml:id="tg43.3.4">Und wieder saß ich spät mit mir allein,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.5">der Geisterstimmen dumpfe Schlacht belauschend,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.6">die wild im Hirn um meine Seele rangen,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.7">und wußte nichts von mir: ein schwirrend Heer</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.8">von Wünschen, kreiste vor mir selber ich</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.9">und sah die Wunschgespenster sich verknäueln</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.10">in Wut und Gier, von Wut ich <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.10.1">mit</hi> erwühlt,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.11">von Qual und Wollust, wie die Flatternden</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.12">sich würgten und sich fraßen und sich lüstern</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.13">umwanden, neue Schaaren zu gebären.</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.14">Bis sich auf einmal, im verzückten Rausch</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.15">des Mitgefühls, mir in die Augenhöhlen</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.16">die Nägel meiner Finger krallend gruben,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.17">daß ächzend ich emporfuhr aus dem Brüten.</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.18">Und taumelnd wankt' ich auf, zum Fenster hin,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.19">inbrünstig langend nach der sanften Nacht ...</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.20">Da dehnte sich im Dunstlicht unter mir</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.21">
                                       <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.21.1">Berlin</hi> – mit seinen Türmen, seinen Kuppeln,</l>
                                    <pb n="31" xml:id="tg43.3.22"/>
                                    <l xml:id="tg43.3.23">mit seinen Schloten, seinen Ruhmessäulen</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.24">heraufgebaut ins fahle Blau, als langte</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.25">aus ihrem Grabe scheintot eine Riesin</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.26">und reckte alle Finger bettelnd hoch:</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.27">nur <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.27.1">leben</hi> will ich – leben – atmen – essen!</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.28">Und rauschen hört' ich die Milliarden Wünsche,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.29">die ungestillten, die das Mauerwerk</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.30">das nachtumarmte barg in seinem Schooß:</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.31">den Hunger, der mit dürrem Knöchel sich</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.32">das Grablied trommelte auf nackter Diele, –</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.33">die Not, die winselnd durch die Straßen kroch, –</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.34">das Elend, das in Träumen wüst sich narrte ...</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.35">Und ich erschrak ob meiner <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.35.1">eitlen</hi> Qual;</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.36">und ein Erbarmen, graunvoll, grenzenlos,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.37">stieß mich zurück in meine Einsamkeit.</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.38">Und trübe starrt' ich in die grelle Lampe</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.39">und trüber noch auf meinen Schatten, der</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.40">langwehend an der Wand hing, schwankend, nickend –</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.41">und starrte – – und entsetzte mich: der Schatten</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.42">bewegte, drehte sich, und winkte, nickte,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.43">und wandelte vor mir, und trat zu mir, –</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.44">und eine Stimme tönte matt und hohl:</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.45">Komm! Wunsch ist Lust, Erfüllung Tod! Komm, schaue! –</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.46">Wir wandelten. Ein greller Mittag lag</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.47">schwül brütend auf dem gelben Sand der Wüste;</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.48">und <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.48.1">um</hi> mich nur der schwarzvermummte Führer,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.49">der stummen Mundes immer weiter wallte;</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.50">in seine Spuren trat ich wie gebannt.</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.51">Da gähnte jählings uns ein Abgrund an ...</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.52">Zurück ich wich; doch ruhig stand der Düstre</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.53">und wies zur Rechten, wo emporgetürmt</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.54">am Abhang ragte ein gewalt'ger Bau,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.55">und aus dem Mantel klang es schwer und dumpf:</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.56">Der Tempel der Erfüllung! – und ich bebte,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.57">von ungewissen Schauern angefaßt.</l>
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                                    <l xml:id="tg43.3.59">Da tönte wieder mir die Grabesstimme:</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.60">Drei Wünsche sind gewährt dir! wähle! sprich!</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.61">Und rasselnd sprangen droben auf die Pforten ...</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.62">Und grübelnd stiert' ich in des Tempels Schlund, –</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.63">mir war, als wogten die Milliarden Wünsche</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.64">des Erdrunds drin, die ungestillten alle, –</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.65">von Schmerz und Lust erglüht' ich, – durstgeschüttelt</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.66">mein ganz Gefühl, zu <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.66.1">strafen</hi> den Versucher, –</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.67">und heiser schrak ich auf in Haß und Wonne:</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.68">So soll denn <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.68.1">jeder höchste</hi> Wunsch auf Erden</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.69">erfüllt sein <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.69.1">jedem Einzigen!</hi> – – Jedem Einzigen:</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.70">gleichgiltig scholl es wider im Gewand.</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.71">Und rückwärts deutete der Ungerührte</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.72">dem Saum der Wüste zu; der regte sich,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.73">und aus dem Boden hob ein Tummeln sich,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.74">als schwärmten Geier wimmelnd um ein Aas.</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.75">Und fort vom Rand her schob es schwärzlich sich</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.76">gleich Wolkenklumpen, ballte sich und schwoll,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.77">erbrauste, schwoll und löste sich, und rollte</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.78">und wälzte tosend auseinander sich</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.79">heran zu uns, die Ebne überströmend</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.80">wie Qualmgebrodel sturmgepeitscht, und näher</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.81">und näher immer zog's, und schüttete</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.82">sich aus vor uns zu Haufen, Schaaren, Zügen</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.83">von Leibern gelb und weiß und schwarz und braun;</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.84">die Erde stöhnte, wie sie rasend rannten</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.85">und keuchend flogen; und da schossen schon</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.86">die Ersten uns vorbei, vom Wettlauf triefend,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.87">hinauf am Abgrund, zu den Stufen hin</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.88">den gleißenden des Tempels, – ihnen nach</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.89">der Unzählbaren brandendes Gewühl.</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.90">Und schaudernd sah ich ihrer Augen Gier;</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.91">doch unbewegt stand neben mir der Führer ...</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.92">Und aus dem Säulenthor <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.92.1">zurück</hi> nun tauchten</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.93">mit dem errafften Gut, dem höchsterstrebten,</l>
                                    <pb n="33" xml:id="tg43.3.94"/>
                                    <l xml:id="tg43.3.95">dem tiefstersehnten, Die zuerst gewählt;</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.96">und freudebangend, zitternd spähte ich.</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.97">O Wahn, o Hoffnung –! wie sie kindisch johlten</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.98">und tanzten, in den Händen Tand und Spielwerk!</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.99">doch <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.99.1">Andre</hi> kamen – fibernd spähte ich:</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.100">Da schleppte unter beiden Armen Einer</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.101">verstaubte Folianten, Einer krümmte</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.102">sich goldbepackt, behutsam trug ein Dritter</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.103">ein Pflänzlein, eine Schöne äugelte</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.104">verliebt mit ihrem Diamantenschmuck,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.105">und jetzt – aufstammelnd griff ich in die Luft –</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.106">wildjauchzend stürmte aus dem Thor ein Häuptling,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.107">die blutige Kopfhaut eines Feindes schwang er,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.108">und oben auf den Stufen rangen Zwei</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.109">zum Mord verknotet um ein jammernd Weib.</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.110">Mitfühlend wand sich, bog sich krampfgespannt</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.111">mein Arm; da – ließ – mich's – los; ein weher Grimm,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.112">ein ekler Zorn, ein unermeßlicher,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.113">stand auf in mir und bäumte mein Genick,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.114">zum Himmel stieß ich die gepreßten Fäuste:</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.115">O rotte, Allmacht, <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.115.1">aus</hi> dies Wurmgezücht!</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.116">
                                       <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.116.1">vertilgt</hi> sei, wer nicht liebt! es lebe nur,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.117">wer in der Einen Sehnsucht sich verzehrt,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.118">die <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.118.1">Alle</hi> glücklich macht! es lebe nur,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.119">wer Alle will von Leid und Schmerz erlösen! – –</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.120">Erlösen – tönte die vermummte Stimme;</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.121">– der zweite Wunsch! klang's schaurig mahnend nach.</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.122">Und plötzlich, mir zu Füßen kam's gerollt</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.123">herab vom Abhang knackend, schollernd, krachend</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.124">hinab zum Abgrund, Leiber über Leiber,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.125">verrenkt im Todeskampf; doch toller immer</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.126">den Berg empor zur Tempelhalle tobte</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.127">der Unzählbaren brandendes Gewühl;</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.128">und aus dem Säulenschooße quoll und quoll es</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.129">die Stufen nieder – krachend, schollernd, knackend –</l>
                                    <pb n="34" xml:id="tg43.3.130"/>
                                    <l xml:id="tg43.3.131">von Sterbenden und Leichen – mir zu Füßen</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.132">den Schlund hinunter. Und die Sonne sank</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.133">und sank und sank, und immer neue Haufen</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.134">Zerschmetterter verschlang der grause Rachen ...</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.135">Aufschreien wollt' ich – flehen, daß nur Einer,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.136">nur Einer spräche das geweihte Wort, –</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.137">auf that mein Mund sich, doch der Laut zerriß:</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.138">der Freund, der liebste, prallte her zermalmt –</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.139">zermalmt die Brüder beide – beide Schwestern!</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.140">und da, da – »<hi rend="italic" xml:id="tg43.3.140.1">Mutter!</hi>« – meine <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.140.2">Mutter</hi> klomm</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.141">da, da! hinauf; jetzt bat sie; weh – für <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.141.1">Mich,</hi>
                                    </l>
                                    <l xml:id="tg43.3.142">für ihres <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.142.1">Sohnes</hi> Glück blos flehte sie</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.143">und – <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.143.1">starb</hi> für ihr Gebet! – Stier sah ich an</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.144">das Gräßliche, hohlglotzend, thränenleer;</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.145">verdorrt mein Herz mir däuchte, irr mein Sinn;</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.146">mein eigen Angesicht, im Dämmerdüster</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.147">rings um mich schwamm es, fahl, zerfurcht, versteint</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.148">von Gram und Grauen; in die Kniee brach ich,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.149">die Fäuste schlug ich hämmernd mir ans Ohr,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.150">zu töten das Gedröhn das marternde</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.151">der Knochen, die zum Abgrund rasselten</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.152">im Rücken mir; da – – neigte nieder sich</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.153">Der im Gewand, ein mildes Dunkel hüllte</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.154">mein flirrend Aug', ein tiefes Schweigen floß</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.155">süßkosend um mein Haupt, und wie ein Hauch</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.156">sanftraunend klang die Frage: Und dein dritter,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.157">dein Eigner Wunsch? dein letzter?! – säuselnd sog</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.158">der Nachtwind ein das lockende Gemurmel ...</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.159">Und stammeln wollt' ich; doch die Worte <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.159.1">kreisten</hi>
                                    </l>
                                    <l xml:id="tg43.3.160">im Hirn mir, hetzten sich in toller Jagd,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.161">gestaltlos, schemenhaft, – und eine Angst,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.162">ein Schrecken vor mir selbst, und eine Furcht</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.163">vor meiner Eignen Gier, der lauernden,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.164">umklammerten die Kehle mir, – zerknirscht</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.165">im Staub ich lag: nicht <hi rend="italic" xml:id="tg43.3.165.1">wagt'</hi> ich mehr, zu wünschen.</l>
                                    <pb n="35" xml:id="tg43.3.166"/>
                                    <l xml:id="tg43.3.167">Und endlich, bettelnd, stöhnt' ich: Gnade! Gnade!</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.168">und schlug die Augen auf – –, da grüßte mich</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.169">langwehend, nickend an der Wand der Schatten,</l>
                                    <l xml:id="tg43.3.170">und schwelend stand die Lampe – und verlosch.</l>
                                 </lg>
                              </div>
                           </div>
                        </body>
                  </text>
               </TEI>