<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">1. [Sobald das Schloß auf dem Berge zur Ruine geworden war, und dies]</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid591</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen/Zweiter Band/839. Das verfallene Schloß auf dem Stromberge bei Weissenberg/1. [Sobald das Schloß auf dem Berge zur Ruine geworden war, und dies]</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 2, 2. Aufl., Dresden: Schönfeld, 1874.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>235-</extent><publicationStmt><date>1874</date><pubPlace>Dresden</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
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ihr Anliegen vor den verwüsteten Mauern aus. Kaum war das geschehen, so erhielten sie mit dumpfer Stimme den Bescheid, nur bei Sonnenaufgang mit einem Wagen unten am Berge zu halten, da würden sie die Pfanne erhalten. Nach dem Gebrauche sei aber von ihnen ein Silberblechstück und ein kleines Weizenbrod in dieselbe zu legen und wieder an den Ort zu bringen, wo der Empfang stattgefunden habe. Unter diesen Bedingungen stehe ihnen immer die Pfanne zum Leihen bereit. Froh und muntern Schrittes eilten die Abgesandten zu ihren harrenden Freunden zurück, und thaten, wie ihnen gesagt war. Mit Sonnenaufgang hielt ein Wagen am Berge und nahm die ansehnliche Braupfanne, welche allda auf zwei Stücken Holz ruhte, in Empfang. Nach dem Gebrauche legte man ein Silberblechstück und ein Weizenbrod darein und lud am Fuße des Berges das geborgte Braugeräth wieder ab. Gar oft wiederholte sich diese Scene, bis endlich auf einmal die Berggeister erzürnt Steine nach den Abgesandten warfen und die Stiere tödteten, welche die Braupfanne ziehen sollten. Der Grund zu dieser Veränderung war folgender. Einer der Männer, welche die Pfanne zurück nach dem Berge zu schaffen hatten, nahm das Weizenbrod und aß es, und das Silberstück steckte er in die Tasche, die Pfanne aber verunreinigte er und lies davon. Von dieser Zeit an hat Niemand mehr die Pfanne geborgt erhalten, auch Niemand mehr dieselbe zu sehen bekommen.</p></div></div></body></text></TEI>