<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">10. Rübezahl gehet unbarmhertzig</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid949</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Zweiter Band/Schlesien und die Niederlausitz/279. Die Sagen vom Rübezahl/10. Rübezahl gehet unbarmhertzig</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>315-</extent><publicationStmt><date notAfter="1871" notBefore="1868"></date><pubPlace>Glogau</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
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Lyonin was von dieser Wurzel, welche sie ihme theuer genung bezahlet hat, aber, wo er derer mehr könnte haben, solle er zuschauen. Dieser gehet wieder zum andernmahl hin, und gräbet, Ronzivall kommt wieder, und spricht: »Was machst Du? Ich habe dir's verboten, du sollest nicht mehr wiederkommen, so siehe, was ich mit dir machen wil.« Der Mann gehet, und bringet der Frau Obristin wieder was, welche sie ihm noch theurer, als die ersten, bezahlet. Der Mann bekommt ein Hertze, gehet zum drittenmahl wieder hin, und gräbet. Der Geist kommt, und fraget, was er mache, er hätte es ihme verbohten, er solte nicht wiederkommen, nimmt ihme die Hacke auß der Hand, dieser holet sie wieder, und hacket. Der Geist saget, er solle aufhören zu hacken, es wäre Zeit. Dieser hackt immer frisch zu. Er nimmt ihme die Hacke, und wirft sie weg. Er wil solche wieder holen. Als er nach der Hacke greift, so nimmt ihn der Geist, und reisset ihn zu Stücken, und führet sie in der Luft hinweg, daß nichts mehr, als ein Peltz-Aermel darvon dar ist, welchen sein Sohn, ein Knabe von 13 oder 14 Jahren, der mit ihme gewesen, zurückgebracht, solchen habe ich Johann Prätorius mit Augen gesehen.</p></div></div></body></text></TEI>