<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">461. Der Freund der Zwerge</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid14120</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Zweiter Band/Pommern/461. Der Freund der Zwerge</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>484-</extent><publicationStmt><date notAfter="1871" notBefore="1868"></date><pubPlace>Glogau</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
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sie meiner Seele wieder in voller Arbeit, und viele Tausende sind um ein Paar versunkene Stückfässer Wein beschäftigt, die sie ans Ufer wälzen. Was wird dies die Nacht für ein lustiges Gelage werden!« Dann hat er ihnen erzählt, er könne sie sehen bei Tage und bei Nacht, und ihm thäten sie nichts, ja sie seien seine besonderen Freunde und einer habe sein Haus einmal von Feuersgefahr errettet, da er ihn nach Mitternacht aus tiefem Schlafe aufweckte und ihm einen Feuerbrand zeigte, der vom Heerde gefallen war und schon anderes Holz und Stroh, das auf dem Flure lag, anzünden wollte. Man sehe beinahe alle Tage einige von ihnen am Ufer, bei hohen Stürmen aber, wo das Meer sehr tobe, seien sie fast alle da und lauerten auf Bernstein und Schiffbrüche und gewiß vergehe kein Schiff, von welchem sie nicht den besten Theil der Ladung bärgen und unter die Erde in Sicherheit brächten. Und wie herrlich da unter den Sandbergen bei ihnen zu wohnen sei und welche krystallne Paläste sie hätten, davon habe auch kein Mensch eine Vorstellung, der nicht da unten gewesen sei.</p></div></div></body></text></TEI>