<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">472. Das Wechselkind bei Halberstadt</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
                                        Bibliothek inklusive Metadaten sowie davon einzeln zugängliche Teile
                                        sind eine Abwandlung des Datenbestandes von www.editura.de durch
                                        TextGrid und werden unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 3.0
                                        Deutschland Lizenz (by-Nennung TextGrid, www.editura.de) veröffentlicht.
                                        Die Lizenz bezieht sich nicht auf die der Annotation zu Grunde liegenden
                                        allgemeinfreien Texte (Siehe auch Punkt 2 der Lizenzbestimmungen). </note><note type="remarkSource">Die vorliegende Textsammlung wurde im Rahmen des
                                        Forschungsprojekts TextGrid (www.textgrid.de, Förderkennzeichen:
                                        01UG1203A) mit Mitteln des BMBF (Bundesministerium für Bildung und
                                        Forschung) erworben. Wir bitten im Falle der Nachnutzung des
                                        Datenbestandes diesen Förderhinweis den Daten beizulegen.</note><idno type="URLWeb">https://textgridrep.org</idno></resp></respStmt><respStmt><orgName ref="http://www.textgrid.de">TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility">Langfristige Bereitstellung der
                                        Dokumente</note><ref target="http://textgridrep.de"></ref></resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition>Vollständige digitalisierte Ausgabe.</edition></editionStmt><extent><measure type="tokens">307</measure><measure type="types"></measure><measure type="characters"></measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="77.67" type="FleschReadingEase"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="3.22" type="nWS1"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="3.48" type="nWS2"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="4.13" type="nWS3"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="4.42" type="nWS4"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="29.82" type="LIX"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="2.22" type="RIX"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="-91.7" type="KuntzschsText-Redundanz-Index"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="3.99" type="TuldavasTextDifficultyFormula"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="56.09" type="Wheeler-Smith"></tei:measure></extent><publicationStmt><publisher xml:id="kolimo"><!-- value of attribute "xml:id" is invalid; must be equal to "DTACorpusPublisher" --><email>jb.herrmann@phil.uni-goettingen.de</email><orgName role="project">Kolimo - Korpus der Literarischen Moderne</orgName><orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Seminar für Deutsche
                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid14313</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/472. Das Wechselkind bei Halberstadt</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 1, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>400-</extent><publicationStmt><date notAfter="1871" notBefore="1868"></date><pubPlace>Glogau</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
                                Bogensignaturen: keine Angabe; Druckfehler: ignoriert; fremdsprachliches
                                Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe;
                                Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): keine Angabe; i/j in
                                Fraktur: keine Angabe; I/J in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: keine
                                Angabe; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): als s transkribiert;
                                Normalisierungen: stillschweigend; rundes r (\&amp;amp;#xa75b;): als r/et
                                transkribiert; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: keine Angabe; u/v
                                bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: als ä/ö/ü transkribiert;
                                Vollständigkeit: vollständig erfasst; Zeichensetzung: keine Angabe;
                                Zeilenumbrüche markiert: nein; </p></editorialDecl></encodingDesc><profileDesc><languageUsage><language>de-DE</language><!--  Standardwert, wird bei Bedarf geändert  --></languageUsage><creation><date type="firstPublication"><date notAfter="1885" notBefore="1814"></date></date></creation><textClass><keywords scheme="textgrid_genre"><list><item>prose</item></list></keywords><keywords scheme="http://kolimo.uni-goettingen.de/metadata#literature-non-literature"><list><item>literature</item></list></keywords><keywords scheme="http://kolimo.uni-goettingen.de/metadata#history-of-literature"><list><item>undefined</item></list></keywords><keywords scheme="kolimo_genre"><list><item>short</item></list></keywords><keywords scheme="eltec_genre"><list><item>veryShort</item></list></keywords><keywords scheme="timeslot"><!--timeslot is based on kolimo-date--><list><item>1800-1819</item></list></keywords><keywords scheme="translation"><list><item>Original</item></list></keywords></textClass></profileDesc><revisionDesc><listChange><change when="2016-12-12T11:01:48.914+01:00" who="ronald">GNDIDCONFIRM http://d-nb.info/gnd/104076534 104076534</change></listChange></revisionDesc></teiHeader><text><body><div type="text" xml:id="tg1530.2"><div type="h4"><head type="h4" xml:id="tg1530.2.1">472) Das Wechselkind bei Halberstadt.<ref type="noteAnchor" target="#tg1530.2.4"><anchor xml:id="tg1530.2.1.1" n="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/472. Das Wechselkind bei Halberstadt#Fußnote_1"></anchor><ptr cRef="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/472. Das Wechselkind bei Halberstadt#Fußnoten_1"></ptr><hi rend="superscript" xml:id="tg1530.2.1.2.1">1</hi></ref></head><p xml:id="tg1530.2.2">In Sachsen bei Halberstadt hat ein Mann einen Kielkropf gehabt, der hat seine Mutter und sonst noch fünf Ammen ausgesogen und überdies viel gegessen und sich ganz seltsam benommen. Diesem Manne haben die Leute den Rath gegeben, er solle ihn zur Wallfahrt gen Halberstadt zur Jungfrau Maria bringen und dort wiegen lassen. Diesem Rathe folgt auch der Bauer und trägt ihn dahin in einem Korbe. Wie er ihn aber über ein Wasser trägt und auf dem Stege oder der Brücke geht, so ist ein Teufel unten im Wasser, der ruft: »Kielkropf, Kielkropf!« Da antwortete das Kind, so im Korbe saß und zuvor nie ein Wort geredet hatte: »Ho, ho!« Deß war der Bauer ungewohnt und sehr erschrocken. Darauf fragt der Teufel im Wasser ferner: »Wo willst Du hin?« Der Kielkropf sagt: »Ich will gen Halberstadt zu unser Lieben Frawen und mick alda laten wiegen, dat ick mög etwa digen.« Wie solches der Bauer hört, daß das Wechselkind reden konnte, welches er doch zuvor nie an ihm gemerkt, wird er zornig und wirft das Kind alsbald mit dem Korbe, in dem er es trug, ins Wasser. Da waren die zwei Teufel zusammengefahren, haben »Ho, ho, ho!« geschrieen, mit einander gespielt und sich über einander gekugelt, darnach sind sie aber zugleich verschwunden. Solche Kinder wechselt der Satan aus und legt sie den Leuten für ihre Kinder in die Wiege; sie gedeihen aber nicht, sondern fressen und saugen nur, sie werden aber nicht älter als 18-19 Jahre. Als <hi rend="italic" xml:id="tg1530.2.2.1">Dr.</hi> Luther einst über Tische gefragt wurde, ob man auch solche Wechselkinder zu taufen pflege, antwortete er: »Ja, denn man kennt sie nicht gleich im ersten Jahre, sondern nur allein daran, daß sie ihre Mütter aussaugen.« Es sagte aber Luther dann weiter: »Laßt uns den Teufel nicht verachten, denn er ist wahrlich ein Tausendkünstler.«</p></div><div type="footnotes"><head type="h4" xml:id="tg1530.2.3">Fußnoten</head><note xml:id="tg1530.2.4.note" target="#tg1530.2.1.1"><p xml:id="tg1530.2.4"><anchor xml:id="tg1530.2.4.1" n="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/472. Das Wechselkind bei Halberstadt#Fußnoten_1"></anchor><ref xml:id="tg1530.2.4.2" cRef="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/472. Das Wechselkind bei Halberstadt#Fußnote_1">1</ref> Nach Hildebrand S. 107.</p></note></div></div></body></text></TEI>