<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">463. Der treue Hund zu Pegau</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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 jener Dankbarkeit bewahren, welche eine der größten Zierden jenes jetzt so verfolgten Thiergeschlechts ausmacht. Es ist nämlich einst ein Mönch wegen irgend eines schweren Vergehens zum Tode durch Einmauern in jenem Kloster verurtheilt worden und die Strafe ward wirklich vollzogen. Als er nun so scheinbar von Gott und Menschen verlassen, lebendig todt in seinem schauerlichen Grabe sich wilder Verzweiflung hingab, hörte er am Fuße der äußern Mauer ein Scharren und Winseln und überzeugte sich, daß dies nur sein treuer Pudel (oder Spitz) sein könne, den er früher besessen hatte. Es gelang ihm mit vieler Mühe, einige Steine aus der Wand zu ziehen und sich so dem Thiere bemerklich zu machen. Kaum hatte das kluge Geschöpf bemerkt, daß sein armer Herr noch lebe, so eilte es fort und kehrte nach einiger Zeit in der Nacht wieder zurück, verkündete durch Bellen seine Rückkehr, und sein Herr, der den Hund früher schon zu solchen Diensten benutzt hatte, ließ ein aus seinen Kleidern gerissenes Stück Zeug hinab, der Hund wußte dasselbe an den Korb zu befestigen, und siehe der arme Mönch hatte die Freude, ein Körbchen mit Speisen heraufziehen und durch die Mauer hindurch ergreifen zu können. Wer dem Hunde jene Speisen gegeben, ist unbekannt, genug er ernährte seinen Herrn viele Tage lang, bis er endlich einmal entdeckt ward, allein in jener sogenannten finstern Zeit war man empfänglicher gegen edle und großherzige Thaten wie heute, der Mönch ward von seinen Richtern begnadigt und das Bild des Hundes für alle Zeiten der Nachwelt als Zeichen seiner Treue und Klugheit erhalten.<ref type="noteAnchor" target="#tg480.2.6"><anchor xml:id="tg480.2.4.2" n="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen/Erster Band/463. Der treue Hund zu Pegau#Fußnote_1"></anchor><ptr cRef="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen/Erster Band/463. Der treue Hund zu Pegau#Fußnoten_1"></ptr><hi rend="superscript" xml:id="tg480.2.4.3.1">1</hi></ref></p></div><div type="footnotes"><head type="h4" xml:id="tg480.2.5">Fußnoten</head><note xml:id="tg480.2.6.note" target="#tg480.2.4.2"><p xml:id="tg480.2.6"><anchor xml:id="tg480.2.6.1" n="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen/Erster Band/463. Der treue Hund zu Pegau#Fußnoten_1"></anchor><ref xml:id="tg480.2.6.2" cRef="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen/Erster Band/463. Der treue Hund zu Pegau#Fußnote_1">1</ref> Es gibt jedoch noch eine andere Sage von diesem Hunde, der jede Mitternacht die Stadtmauer umkreisen soll. Es habe nämlich eine Nonne mit einem Pudel Unzucht getrieben und sei dort eingemauert worden.</p></note></div></div></body></text></TEI>