<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">439. Die muthige Magd zu Goseck</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid13653</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/439. Die muthige Magd zu Goseck</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 1, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>376-</extent><publicationStmt><date notAfter="1871" notBefore="1868"></date><pubPlace>Glogau</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
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ergriff sie diesen Korb, sowie das daneben liegende Bündel Weiden und entfloh damit schnellen Schrittes, unereilt von den nachsetzenden Strauchdieben, die sich ihrer Beute so unerwartet beraubt sahen. Dies waren also die Gespenster; aber in dem nahen Sittichgrunde will man noch heute spukende Wesen, Mönche und Kobolde sehen.</p></div><div type="footnotes"><head type="h4" xml:id="tg1497.2.3">Fußnoten</head><note xml:id="tg1497.2.4.note" target="#tg1497.2.1.1"><p xml:id="tg1497.2.4"><anchor xml:id="tg1497.2.4.1" n="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/439. Die muthige Magd zu Goseck#Fußnoten_1"></anchor><ref xml:id="tg1497.2.4.2" cRef="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/439. Die muthige Magd zu Goseck#Fußnote_1">1</ref> So nach C.A.G. Sturm, Goseck und seine Umgebungen. Naumb. 1844 in 8. S. 5.</p></note></div></div></body></text></TEI>