<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">423. Die schwarze Frau auf dem Golm</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid13377</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Zweiter Band/Pommern/423. Die schwarze Frau auf dem Golm</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>460-</extent><publicationStmt><date notAfter="1871" notBefore="1868"></date><pubPlace>Glogau</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
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 hinter ihnen her und ließ erst vom Verfolgen ab, als sie unten auf der Wiese ankamen.</p><p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg2397.2.4">Auch einem Manne begegnete die schwarze Frau einst auf dem Golm und winkte ihm, in eine offene Höhle mit hinabzukommen. Da ging er denn einen langen Gang hinunter und kam in ein großes Gewölbe, wo große mit Gold und Silber gefüllte Kisten standen, aus denen er seine Taschen füllte. Darauf winkte sie ihm weiter zu kommen und er folgte, aber plötzlich erfaßte ihn ein gewaltiges Grausen und er floh, da schlug der Berg krachend hinter ihm zusammen; drinnen hörte man noch lange ein klägliches Jammergeheul.</p></div></div></body></text></TEI>