<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">501. Wie die alten Preußen die Schlangen verehrt haben</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid15104</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Zweiter Band/West- und Ostpreußen/501. Wie die alten Preußen die Schlangen verehrt haben</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>528-</extent><publicationStmt><date notAfter="1871" notBefore="1868"></date><pubPlace>Glogau</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
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kosteten sie alle und gingen wiederum ebenso denselben Weg zurück nach ihren Löchern. Wenn sie sich nun wiederum darin verkrochen hatten, kam der Wirth mit seinem ganzen Hause und machte sich an den Gerichten, so die Schlangen berührt, lustig, in der gewissen Hoffnung lebend, daß ihm auch das nächste Jahr Alles glücklich von Statten gehen werde. Im entgegengesetzten Falle aber, wenn die Schlangen auf die Gebete der Priester nicht hervorkamen, oder, wenn sie auch kamen, die aufgesetzten Speisen nicht berührten, bildeten sie sich nichts anderes ein, als daß sie das künftige Jahr viel Ungemach ausstehen müßten. Diejenigen Schlangen aber, welche in den hohen Eichen auf dem Felde oder in den Wäldern verehrt wurden, haben die Weiber auf diese Weise gehalten. Sie pflegten zu gewissen Zeiten zu den Eichen zu kommen, den Schlangen Milch vorzusetzen und sie zu bitten, sie sollten ihren Männern Kraft geben, daß sie von ihnen schwanger würden.</p></div></div></body></text></TEI>