<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">494. Die Hufeisen an der Kirchthüre zu Ellrich</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid14690</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/494. Die Hufeisen an der Kirchthüre zu Ellrich</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 1, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>455-</extent><publicationStmt><date notAfter="1871" notBefore="1868"></date><pubPlace>Glogau</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
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Klettenberg, stand noch auf festen Füßen und ergriff als Sieger die goldene Kette, die auf dem Tische lag, und hing sie sich um den Hals.</p><p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg1572.2.3">Um sich dem Volke als Sieger zu zeigen, wankte er aus dem Gemach und befahl, sein Roß vorzuführen. Vier Knappen hoben ihn hinauf, und so ritt er unter dem Gekreisch der herzuströmenden Menge, um nach Klettenberg zurückzukehren. Als er durch die Vorstadt ritt, hörte er in der dem heil. Nicolaus geweihten Kirche die Vesper singen. Graf Ernst, in seinem Taumel, ritt durch das offenstehende Kirchthor mitten durch die versammelte Gemeinde hindurch bis vor den Altar. Der Gesang der Andacht ging in starres Anstaunen und bald in wildes Geschrei über. Aber nicht lange freute sich der wilde Graf seines Frevels, denn als das gespornte Roß jetzt die Stufen des Altars betrat, siehe, da fielen – o Wunder! – plötzlich alle vier Hufeisen von ihm ab und es sank nieder mit seinem Reiter.</p><p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg1572.2.4">Zum ewigen Andenken wurden diese vier Hufeisen an die Kirchthür angenagelt, wo sie Jahrhunderte lang wegen ihrer Größe angestaunt wurden, seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts aber kamen sie in das Inspectorat zu Ellrich, da jene Kirche eingestürzt ist.</p></div><div type="footnotes"><head type="h4" xml:id="tg1572.2.5">Fußnoten</head><note xml:id="tg1572.2.6.note" target="#tg1572.2.1.1"><p xml:id="tg1572.2.6"><anchor xml:id="tg1572.2.6.1" n="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/494. Die Hufeisen an der Kirchthüre zu Ellrich#Fußnoten_1"></anchor><ref xml:id="tg1572.2.6.2" cRef="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/494. Die Hufeisen an der Kirchthüre zu Ellrich#Fußnote_1">1</ref> Nach Ottmar S. 115.</p></note></div></div></body></text></TEI>