<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">4. Die Sage von der Abstammung der Hohenzollern</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
                                        Bibliothek inklusive Metadaten sowie davon einzeln zugängliche Teile
                                        sind eine Abwandlung des Datenbestandes von www.editura.de durch
                                        TextGrid und werden unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 3.0
                                        Deutschland Lizenz (by-Nennung TextGrid, www.editura.de) veröffentlicht.
                                        Die Lizenz bezieht sich nicht auf die der Annotation zu Grunde liegenden
                                        allgemeinfreien Texte (Siehe auch Punkt 2 der Lizenzbestimmungen). </note><note type="remarkSource">Die vorliegende Textsammlung wurde im Rahmen des
                                        Forschungsprojekts TextGrid (www.textgrid.de, Förderkennzeichen:
                                        01UG1203A) mit Mitteln des BMBF (Bundesministerium für Bildung und
                                        Forschung) erworben. Wir bitten im Falle der Nachnutzung des
                                        Datenbestandes diesen Förderhinweis den Daten beizulegen.</note><idno type="URLWeb">https://textgridrep.org</idno></resp></respStmt><respStmt><orgName ref="http://www.textgrid.de">TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility">Langfristige Bereitstellung der
                                        Dokumente</note><ref target="http://textgridrep.de"></ref></resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition>Vollständige digitalisierte Ausgabe.</edition></editionStmt><extent><measure type="tokens">506</measure><measure type="types"></measure><measure type="characters"></measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="48.62" type="FleschReadingEase"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="10.4" type="nWS1"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="10.41" type="nWS2"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="10.19" type="nWS3"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="10.76" type="nWS4"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="56.25" type="LIX"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="7.57" type="RIX"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="-150.45" type="KuntzschsText-Redundanz-Index"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="5.79" type="TuldavasTextDifficultyFormula"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="122.61" type="Wheeler-Smith"></tei:measure></extent><publicationStmt><publisher xml:id="kolimo"><!-- value of attribute "xml:id" is invalid; must be equal to "DTACorpusPublisher" --><email>jb.herrmann@phil.uni-goettingen.de</email><orgName role="project">Kolimo - Korpus der Literarischen Moderne</orgName><orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Seminar für Deutsche
                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid12805</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Die Sagen des Hauses Hohenzollern/4. Die Sage von der Abstammung der Hohenzollern</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 1, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>9-</extent><publicationStmt><date notAfter="1871" notBefore="1868"></date><pubPlace>Glogau</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
                                Bogensignaturen: keine Angabe; Druckfehler: ignoriert; fremdsprachliches
                                Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe;
                                Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): keine Angabe; i/j in
                                Fraktur: keine Angabe; I/J in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: keine
                                Angabe; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): als s transkribiert;
                                Normalisierungen: stillschweigend; rundes r (\&amp;amp;#xa75b;): als r/et
                                transkribiert; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: keine Angabe; u/v
                                bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: als ä/ö/ü transkribiert;
                                Vollständigkeit: vollständig erfasst; Zeichensetzung: keine Angabe;
                                Zeilenumbrüche markiert: nein; </p></editorialDecl></encodingDesc><profileDesc><languageUsage><language>de-DE</language><!--  Standardwert, wird bei Bedarf geändert  --></languageUsage><creation><date type="firstPublication"><date notAfter="1885" notBefore="1814"></date></date></creation><textClass><keywords scheme="textgrid_genre"><list><item>prose</item></list></keywords><keywords scheme="http://kolimo.uni-goettingen.de/metadata#literature-non-literature"><list><item>literature</item></list></keywords><keywords scheme="http://kolimo.uni-goettingen.de/metadata#history-of-literature"><list><item>undefined</item></list></keywords><keywords scheme="kolimo_genre"><list><item>medium</item></list></keywords><keywords scheme="eltec_genre"><list><item>veryShort</item></list></keywords><keywords scheme="timeslot"><!--timeslot is based on kolimo-date--><list><item>1800-1819</item></list></keywords><keywords scheme="translation"><list><item>Original</item></list></keywords></textClass></profileDesc><revisionDesc><listChange><change when="2016-12-12T11:01:48.914+01:00" who="ronald">GNDIDCONFIRM http://d-nb.info/gnd/104076534 104076534</change></listChange></revisionDesc></teiHeader><text><body><div type="text" xml:id="tg1060.2"><div type="h4"><head type="h4" xml:id="tg1060.2.1">4) Die Sage von der Abstammung der Hohenzollern von den Colonna's.</head><p xml:id="tg1060.2.2">Es hatte einst der italienische Fürst Petrus Colonna sich mit etlichen andern vornehmen römischen Herren verbunden, Gregor VII., vorher Hildebrand geheißen, nicht als römischen Papst anzuerkennen, weil seine Wahl eine nichtige und vom Kaiser nicht bestätigte sei. Darauf hätten die Verschworenen sich des Papstes bemächtigt und ihn gefangen gehalten, allein es sei ein Aufruhr entstanden, in Folge welches der Pöbel den Papst befreit und die Verschworenen aus Rom vertrieben habe. Von dieses Petrus Colonna Söhnen habe sich ein gewisser Ferfridus, nachdem seine übrigen Blutsverwandten sich durch einen Fußfall mit dem Papst ausgesöhnt, nach Deutschland begeben und sei zum Kaiser Heinrich IV. geflohen, der, nachdem er die Ursache seiner Verbannung erfahren, ihn gar gnädig bewillkommnet und ihn wider Rudolph, Herzog von Schwaben, den Papst Hildebrand zum Kaiser erwählt und die Krone zugesendet hatte, im J. 1080 mit ins Feld genommen habe, wo er dann in dem blutigen Treffen bei Merseburg große Proben seiner Tapferkeit habe sehen lassen. Er habe die feindlichen Schaaren wie im Blitz getrennt und dergestalt Platz gemacht, daß er endlich an des rebellischen Kaisers Rudolphi Leibwacht gerathen, welche er gleichfalls in die Flucht gejagt, und endlich in solchem Nachhauen dem Rudolpho die verrätherische Hand, welche er wider seinen Herrn und Kaiser gewaltthätig gezucket, doch gleichwohl vorhero zur Ablegung der Pflicht meineidig aufgehoben, mit einem gewaltigen Streich vom Arme abgesondert, welche That allein die Ursache gewesen, daß der unbillig aufgeworfene Kaiser sein Unrecht erkennet, und denen<pb xml:id="tg1060.2.2.1" n="9"></pb>
 anwesenden Bischoffen, die ihn wider Kaiser Heinrichen aufgewiegelt, zugeruffen: Dieses ist die Hand, welche ich zum Meineid gen Himmel erhoben und hernach wider meinen Herrn und Kaiser durch Euere Verführung verrätherisch gezuckt habe. Dieses Heldentreffen hätte zwar noch mehr als eine kaiserliche Gnade verdient, Ferfridus aber soll sich mit erlangter Ehre und einem Stücklein Landes, welches dem überwundenen Herzog Rudolph zuständig gewesen, begnüget haben, welches ihm als einem Reichsgrafen eingeräumt worden. Bald darauf habe der neue Graf Ferfridus in seinem so tapfer erfochtenen Lande ein ansehnliches Schloß gebauet, welches er zum Gedächtniß des in Latio verlorenen Hauses Zagarolla genennet, und solches haben die Schwaben in ihrer Rede-Art zerstümmelt Zollern ausgesprochen, von dem noch diese Benennung dem uralten gräflichen Hause geblieben.<ref type="noteAnchor" target="#tg1060.2.4"><anchor xml:id="tg1060.2.2.2" n="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Die Sagen des Hauses Hohenzollern/4. Die Sage von der Abstammung der Hohenzollern#Fußnote_1"></anchor><ptr cRef="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Die Sagen des Hauses Hohenzollern/4. Die Sage von der Abstammung der Hohenzollern#Fußnoten_1"></ptr><hi rend="superscript" xml:id="tg1060.2.2.3.1">1</hi></ref> Da nun die Colonnas in ihrem Wappen eine Säule führen, zum Andenken an jene Säule, an der Christus unser Heiland gegeißelt wurde, und diese in der Stadt Damiata den Sarazenen abgenommen haben, so hat man das Scepter in dem Brandenburgischen Wappen, welches aber das hohe Erzkämmereramt andeutet und dem regierenden Churfürsten allein zukommt, auf diese Säule deuten wollen.<ref type="noteAnchor" target="#tg1060.2.6"><anchor xml:id="tg1060.2.2.4" n="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Die Sagen des Hauses Hohenzollern/4. Die Sage von der Abstammung der Hohenzollern#Fußnote_2"></anchor><ptr cRef="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Die Sagen des Hauses Hohenzollern/4. Die Sage von der Abstammung der Hohenzollern#Fußnoten_2"></ptr><hi rend="superscript" xml:id="tg1060.2.2.5.1">2</hi></ref></p></div><div type="footnotes"><head type="h4" xml:id="tg1060.2.3">Fußnoten</head><note xml:id="tg1060.2.4.note" target="#tg1060.2.2.2"><p xml:id="tg1060.2.4"><anchor xml:id="tg1060.2.4.1" n="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Die Sagen des Hauses Hohenzollern/4. Die Sage von der Abstammung der Hohenzollern#Fußnoten_1"></anchor><ref xml:id="tg1060.2.4.2" cRef="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Die Sagen des Hauses Hohenzollern/4. Die Sage von der Abstammung der Hohenzollern#Fußnote_1">1</ref> Eine andere Erklärung dieses Namens s. unten S. 14.</p></note><note xml:id="tg1060.2.6.note" target="#tg1060.2.2.4"><p xml:id="tg1060.2.6"><anchor xml:id="tg1060.2.6.1" n="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Die Sagen des Hauses Hohenzollern/4. Die Sage von der Abstammung der Hohenzollern#Fußnoten_2"></anchor><ref xml:id="tg1060.2.6.2" cRef="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Die Sagen des Hauses Hohenzollern/4. Die Sage von der Abstammung der Hohenzollern#Fußnote_2">2</ref> So nach <hi rend="italic" xml:id="tg1060.2.6.3">Reineccius, Orig. Brandenburg. Stirpis</hi> bei I. Wfg. Rentsch, Brandenburgischer Ceder-Hain. Bareuth o.I. (1682) in 12. S. 5 etc. Nach <hi rend="italic" xml:id="tg1060.2.6.4">Mrt. Crusius, Annal. Suev.</hi> B. II. C. VI. <hi rend="italic" xml:id="tg1060.2.6.5">c.</hi> 8. wäre jener Papst nicht Hildebrand, sondern Paschalis II. gewesen, und der genannte Ferfridus nicht zu Heinrich IV., sondern zu Heinrich III. gekommen. Nach Angermann, Churbrandenb. Chronik S. 347 etc. wäre die Sache umgekehrt, und die Colonna's kämen von den Zollern her.</p></note></div></div></body></text></TEI>