<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">490. Der Strand zwischen Swine und Divenow</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid14645</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Zweiter Band/Pommern/490. Der Strand zwischen Swine und Divenow</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>512-</extent><publicationStmt><date notAfter="1871" notBefore="1868"></date><pubPlace>Glogau</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
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hielt sich an dessen Lehne fest und lief immer neben demselben her, ohne ein Wort zu sagen, nur sah er Kleist immer unverwandt an. Zuweilen schlug er auch den Mantel auseinander, da konnte man ihm in den Leib sehen, da sah es aus, als wenn zwischen den Rippen ein feuriger Ofen sei. Im Laufen ward das Gespenst aber immer größer und größer und reichte zuletzt bis an den Himmel hinan, als aber durchaus Niemand sich verleiten ließ, mit ihm zu sprechen, so ließ er schließlich von dem Wagen ab, grunzte fürchterlich, schlug seinen Mantel ganz auf und schüttelte ganze Flammensäulen heraus, wie aus einem brennenden Kohlenmeiler, endlich aber verschwand er. Jürgen Kleist und seine Knechte aber haben sich so entsetzt über das, was sie gesehen, daß sie den Schreck viele Tage nicht verwinden konnten. Ein Hund, den sie bei sich hatten, hat sich vor Angst zwischen die Räder geflüchtet und dort gewinselt und geheult, als müsse er sterben. Man sagt, das Gespenst habe dem Kanzler seinen Unglauben gegen das Fegefeuer austreiben wollen.</p><p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg2464.2.5">In späterer Zeit reiste einmal der Edelmann Jacob Flemming auf demselben Strande zur Nachtzeit. Auf einmal fingen seinen Knechten an die Peitschen zu brennen, und als sie das Feuer abschlagen wollten, so flog es in den Wagen, wo Flemming saß, und flog darin herum. Darüber erschrack ein Knabe, der vorn im Wagen saß, dergestalt, daß er unter denselben hinabstürzte. In demselben Augenblicke kam aber eine große feurige Kugel geflogen und fiel ebenfalls unter den Wagen und als nun die Knechte nach dieser stechen wollten, so hätten sie bei einem Haar den armen Knaben gestochen, hätte er nicht früh genug um Hilfe geschrieen. Das Feuer soll aber dem Edelmann, der ein arger Flucher war, eine Warnung gewesen sein, sich vor dem höllischen Feuer zu hüten.</p></div></div></body></text></TEI>