<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">459. Der Heck- oder Brodpfennig</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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 Entsetzen den Topf mit der siedenden Milch in den aufgesperrten Rachen des Kalbes oder vielmehr Teufelsgespenstes goß, darauf allerdings dieses höllische Thier hinwegfloh, aber auch das Haus in Brand steckte. Hierauf wurden beide, die Frau und die Magd, gefangen genommen und befragt; die Magd offenbarte der Obrigkeit Alles, und darauf hat die Frau, nachdem man ihr Gnade versprochen, den ganzen Handel mit dem Heckpfennig bekannt, und den Pfennig haben die Bauern des Dorfes nachher noch lange in ihrem Gemeindekasten aufgehoben.</p></div><div type="footnotes"><head type="h4" xml:id="tg1517.2.3">Fußnoten</head><note xml:id="tg1517.2.4.note" target="#tg1517.2.1.1"><p xml:id="tg1517.2.4"><anchor xml:id="tg1517.2.4.1" n="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/459. Der Heck- oder Brodpfennig#Fußnoten_1"></anchor><ref xml:id="tg1517.2.4.2" cRef="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/459. Der Heck- oder Brodpfennig#Fußnote_1">1</ref> S. Remigius Bd. II. S. 191 etc.</p></note></div></div></body></text></TEI>