<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">453. Dr. Faust und Melanchthon zu Wittenberg</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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wohl gerüstet im Glauben und spottete sein: »Ei, wie eine feine Stimme und Gesang ist das eines Engels, der im Himmel nicht bleiben konnte, und weil er Gott gleich sein wollte, seiner Hoffarth wegen daraus verstoßen ist, und jetzt in der Leute Häuser geht, in eine Sau verwandelt!« Damit geht der Geist wieder heim zu Faust und klagt ihm, wie er da empfangen und abgewiesen sei, wollte auch da nicht sein, wo man ihm seinen Abfall und Unheil verwies und seiner spottete.</p><p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg1511.2.4">Doctor Faust verführte aber noch einen Studenten. So kannte Doctor Lercheimer selbst einen seiner Freunde noch im hohen Alter, der hatte einen verkrümmten Mund. Wollte derselbe einen Hasen haben, so ging er in den Wald hinaus, machte seinen Hocuspocus und der Hase kam ihm von selbst in die Hände gelaufen.</p></div><div type="footnotes"><head type="h4" xml:id="tg1511.2.5">Fußnoten</head><note xml:id="tg1511.2.6.note" target="#tg1511.2.1.1"><p xml:id="tg1511.2.6"><anchor xml:id="tg1511.2.6.1" n="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/453. Dr. Faust und Melanchthon zu Wittenberg#Fußnoten_1"></anchor><ref xml:id="tg1511.2.6.2" cRef="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/453. Dr. Faust und Melanchthon zu Wittenberg#Fußnote_1">1</ref> S. Lercheimer S. 76, 161 etc., 210.</p></note></div></div></body></text></TEI>