<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">48. Woher der Name: Der dumme Junge von Meißen</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid14462</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen/Erster Band/48. Woher der Name: Der dumme Junge von Meißen</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 1, 2. Aufl., Dresden: Schönfeld, 1874.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>56-</extent><publicationStmt><date>1874</date><pubPlace>Dresden</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
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stand, so steckte jener Knabe die Zunge heraus, wie es die chinesischen Porzellanpagoden noch jetzt machen, wenn man ihren in einem Gewichte gehenden Kopf in Bewegung setzt. Diesen Porzellanjungen, von dem ein zweites Exemplar auch auf dem Schlosse Hubertusburg stand, nannte man den dummen Jungen von Meißen. Gleichwohl ist dieser Spottname wahrscheinlich weit älter und bezeichnet den bekannten Judenkopf im Wappen der meißnischen Markgrafen. Hier kommt derselbe ohngefähr erst seit 1349 vor, wo dieselben die Belehnung mit dem Judenschutz vom Kaiser erhielten. Das Volk, welches die Bedeutung des Judengesichts mit der Schellenkappe nicht begriff, legte der Figur jenen Beinamen bei, und so entstand aus dem dummen Juden von Meißen ein dummer Junge von Meißen. Sonderbarer Weise haben aber die Juden jetzt noch ein freilich entgegengesetztes Sprichwort von den Weisen zu Meißen, welches sich auf den Sanhedrin, den sie früher hier besessen haben sollen, bezieht.</p></div></div></body></text></TEI>