<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">48. Der heilige Hildebold</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
                                        Bibliothek inklusive Metadaten sowie davon einzeln zugängliche Teile
                                        sind eine Abwandlung des Datenbestandes von www.editura.de durch
                                        TextGrid und werden unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 3.0
                                        Deutschland Lizenz (by-Nennung TextGrid, www.editura.de) veröffentlicht.
                                        Die Lizenz bezieht sich nicht auf die der Annotation zu Grunde liegenden
                                        allgemeinfreien Texte (Siehe auch Punkt 2 der Lizenzbestimmungen). </note><note type="remarkSource">Die vorliegende Textsammlung wurde im Rahmen des
                                        Forschungsprojekts TextGrid (www.textgrid.de, Förderkennzeichen:
                                        01UG1203A) mit Mitteln des BMBF (Bundesministerium für Bildung und
                                        Forschung) erworben. Wir bitten im Falle der Nachnutzung des
                                        Datenbestandes diesen Förderhinweis den Daten beizulegen.</note><idno type="URLWeb">https://textgridrep.org</idno></resp></respStmt><respStmt><orgName ref="http://www.textgrid.de">TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility">Langfristige Bereitstellung der
                                        Dokumente</note><ref target="http://textgridrep.de"></ref></resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition>Vollständige digitalisierte Ausgabe.</edition></editionStmt><extent><measure type="tokens">408</measure><measure type="types"></measure><measure type="characters"></measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="60.93" type="FleschReadingEase"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="7.2" type="nWS1"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="7.43" type="nWS2"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="7.97" type="nWS3"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="8.67" type="nWS4"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="45.21" type="LIX"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="5.11" type="RIX"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="-75.54" type="KuntzschsText-Redundanz-Index"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="5.13" type="TuldavasTextDifficultyFormula"></tei:measure><tei:measure xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" quantity="96.84" type="Wheeler-Smith"></tei:measure></extent><publicationStmt><publisher xml:id="kolimo"><!-- value of attribute "xml:id" is invalid; must be equal to "DTACorpusPublisher" --><email>jb.herrmann@phil.uni-goettingen.de</email><orgName role="project">Kolimo - Korpus der Literarischen Moderne</orgName><orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Seminar für Deutsche
                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid14434</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Zweiter Band/Die Rheinprovinz/48. Der heilige Hildebold</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>63-</extent><publicationStmt><date notAfter="1871" notBefore="1868"></date><pubPlace>Glogau</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
                                Bogensignaturen: keine Angabe; Druckfehler: ignoriert; fremdsprachliches
                                Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe;
                                Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): keine Angabe; i/j in
                                Fraktur: keine Angabe; I/J in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: keine
                                Angabe; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): als s transkribiert;
                                Normalisierungen: stillschweigend; rundes r (\&amp;amp;#xa75b;): als r/et
                                transkribiert; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: keine Angabe; u/v
                                bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: als ä/ö/ü transkribiert;
                                Vollständigkeit: vollständig erfasst; Zeichensetzung: keine Angabe;
                                Zeilenumbrüche markiert: nein; </p></editorialDecl></encodingDesc><profileDesc><languageUsage><language>de-DE</language><!--  Standardwert, wird bei Bedarf geändert  --></languageUsage><creation><date type="firstPublication"><date notAfter="1885" notBefore="1814"></date></date></creation><textClass><keywords scheme="textgrid_genre"><list><item>prose</item></list></keywords><keywords scheme="http://kolimo.uni-goettingen.de/metadata#literature-non-literature"><list><item>literature</item></list></keywords><keywords scheme="http://kolimo.uni-goettingen.de/metadata#history-of-literature"><list><item>undefined</item></list></keywords><keywords scheme="kolimo_genre"><list><item>medium</item></list></keywords><keywords scheme="eltec_genre"><list><item>veryShort</item></list></keywords><keywords scheme="timeslot"><!--timeslot is based on kolimo-date--><list><item>1800-1819</item></list></keywords><keywords scheme="translation"><list><item>Original</item></list></keywords></textClass></profileDesc><revisionDesc><listChange><change when="2016-12-12T11:01:48.914+01:00" who="ronald">GNDIDCONFIRM http://d-nb.info/gnd/104076534 104076534</change></listChange></revisionDesc></teiHeader><text><body><div type="text" xml:id="tg1969.2"><div type="h4"><head type="h4" xml:id="tg1969.2.1">48. Der heilige Hildebold.</head><milestone unit="head_start"></milestone><p rend="zenoPC" xml:id="tg1969.2.2"><seg rend="zenoTXFontsize80" xml:id="tg1969.2.2.1">(Nach Kreutter S. 37.)</seg></p><milestone unit="head_end"></milestone><lb xml:id="tg1969.2.3"></lb><p xml:id="tg1969.2.4">Kaiser Karl der Große befand sich im Jahre 782 zufällig gerade zu der Zeit in der Nähe Cöllns, als das Domkapitel und der Clerus daselbst sich durchaus nicht über die Wahl eines neuen Erzbischofs, nach dem Tode des Cratepolius, des 21. in der Reihe der dasigen Bischöfe, einigen konnten. Er beschloß also selbst nach der Stadt zu reiten um dem Streit ein Ende zu machen. Es war eines Morgens in der Frühe, als er nahe bei der Stadt an einer Kapelle, der alten jetzt weggerissenen Kapelle zum h. Marcellus in der heutigen Marzellenstraße vorbeiritt, wohin das Glöckchen eben zur Messe einlud. Er stieg, um derselben beizuwohnen, behende vom Pferde und trat in das kleine Gotteshaus. Niemand vermuthete aber in dem einfachen Jäger, der ohne alles Gefolge war, den mächtigen deutschen Kaiser. Er knieete nieder, verrichtete sein Gebet und legte dann einen Goldgulden als Opfer auf dem Altare nieder. Befremdet sah aber Hildebold – denn <pb xml:id="tg1969.2.4.1" n="63"></pb>
er war es, welcher die Messe las – auf den stattlichen Fremden hin und sagte sanft verweisend, indem er ihm den Goldgulden zurückgab: »Freund, nehmt Euere Münze wieder, ich bedarf derselben nicht!« Da entgegnete der Kaiser zutraulich und freundlich: »Behaltet das Geld nur immerhin, denn ich gab es Euch sonder Spott und Argwohn.« Hildebold aber verweigerte beharrlich die Annahme des Goldes und sprach endlich: »Habt Dank, Herr, für Euere kostbare Münze, für mich hat sie keinen Werth, wollt Ihr aber ein Uebriges thun und Euern frommen Sinn befriedigen, nun wohlan, da Ihr, wie ich sehe ein Waidmann seid, so hört denn, was ich mir von Euch erbitte: die Haut von dem ersten Reh oder von irgend einem Wilde, so Ihr erlegt, verhandelt oder schenkt mir, damit ich mir Ueberzüge für meine Bücher zum Dienste dieser Kirche daraus machen lassen kann.« Mit Verwunderung vernahm der Kaiser die einfachen Worte des genügsamen Priesters, erkundigte sich sofort nach seinem Lebenswandel und als er zu seiner großen Freude erfuhr, daß er ein überaus frommer und gottesfürchtiger Mann sei, bestimmte er ihn zum Erzbischof von Cölln, als welcher er nach des Kaisers Tode die alte oder erste Domkirche auf dem Domhofe erbaute. Dieselbe ward freilich erst 873 unter Erzbischof Willibert vollendet und litt bereits sehr unter der Normannenverheerung in den Jahren 882 und 890, bis sie endlich im Jahre 1247 durch einen großen Brand vollständig vernichtet ward, worauf denn Conrad von Hochstaden im nächsten Jahre den Grundstein zu dem neuen, jetzigen Dome legte.</p></div></div></body></text></TEI>