<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">418. Die Funkenburg zu Leipzig</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid13250</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen/Erster Band/418. Die Funkenburg zu Leipzig</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 1, 2. Aufl., Dresden: Schönfeld, 1874.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>365-</extent><publicationStmt><date>1874</date><pubPlace>Dresden</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
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unzählige menschliche Gliedmaßen polterten aus dem Kamine herab, und fügten sich zu Gestalten zusammen, bis auf einmal der Saal gefüllt war. Nicht ohne Angst stand der Gast von seinem Ruhelager auf um zu sehen, was noch kommen werde, und blickte stumm auf die wunderbaren Erscheinungen hin. Alsbald bildete sich eine große Tafel inmitten des Gemachs, goldene Weingefäße, prachtvolle Pokale und Leuchter, nebst kostbaren Gerichten erschienen in einem Augenblicke darauf, und nachdem Alles geordnet war, nahete einer aus der Gesellschaft und lud den Fremden ein, Theil zu nehmen an dem festlichen Mahle. Mit Grauen folgte er der Einladung, ergriff den dargebotenen Becher um zu trinken, und stellte ihn zitternd wieder auf die Tafel hin. Das Entsetzen überlief ihn, er schlug ein Kreuz und rief den Namen Jesu, und plötzlich verlöschten die Lichter, es wurde dunkel und still im Saale, die ganze nächtliche Tafelgesellschaft war verschwunden. Bei Tagesanbruch stand aber die Festtafel noch im Saale mit allen ihren kostbaren Pokalen, Bechern und Tellern. Der Thüringer erkaufte die Burg, gelangte in den Besitz aller übrigen Schätze der Geister und hauste lange glücklich auf der Funkenburg.</p></div><div type="footnotes"><head type="h4" xml:id="tg435.2.8">Fußnoten</head><note xml:id="tg435.2.9.note" target="#tg435.2.4.1"><p xml:id="tg435.2.9"><anchor xml:id="tg435.2.9.1" n="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen/Erster Band/418. Die Funkenburg zu Leipzig#Fußnoten_1"></anchor><ref xml:id="tg435.2.9.2" cRef="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen/Erster Band/418. Die Funkenburg zu Leipzig#Fußnote_1">1</ref> Ueber den Ursprung dieses Bieres s. Melissantes, Bergschlösser. S. 642 und meine Bierstudien (Dresden 1872) S. 31. 71.</p></note></div></div></body></text></TEI>