<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">492. Der Hofnarr Claus Hinze</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid14666</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Zweiter Band/Pommern/492. Der Hofnarr Claus Hinze</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>513-</extent><publicationStmt><date notAfter="1871" notBefore="1868"></date><pubPlace>Glogau</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
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bedeuten habe, versetzte er, seine Mutter habe ihm befohlen, er solle die Gänse hübsch beisammen halten, damit sie der Fuchs nicht hole, nun habe er sie mit den Hälsen an einen Strick gebunden und sich diesen um den Leib geknüpft, da werde er sie nicht bekommen können. Diese Schelmerei verschaffte ihm die Gunst des Herzogs, der ihn mit sich nahm, erziehen ließ und ihn dann zu seinem Hofnarren machte.</p><p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg2466.2.5">Sein Tod fand auf folgende Weise statt. Der Herzog war schwer erkrankt und die Aerzte sagten, er könne nur durch einen plötzlichen Schrecken geheilt werden. Da unternahm es Hinze, dies zu thun, und stieß seinen Herrn unversehens ins Wasser. Der Herzog genaß zwar, allein da der Hofnarr eigentlich ein Majestätsverbrechen begangen hatte, so sollte er zum Scheine hingerichtet werden. Er hielt dies jedoch für Ernst und als der Scharfrichter, nachdem er auf dem Richtplatz niedergeknieet war, ihn anstatt mit dem Richtschwert, mit einer Ruthe über den Nacken hieb, fiel er vor Schreck um und war todt.</p><p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg2466.2.6">Auf dem Kirchhofe zu Hinzendorf, welches früher Butterdorf hieß, und das er von dem Herzoge zum Geschenke erhalten hatte, neben einer Eiche ist er begraben. Sein Grabmal ist ein langer viereckiger Stein, er ist darauf abgebildet in Lebensgröße mit Schellen auf dem Kopfe und einer Keule in der Hand, wie sie die Gänsehirten zu tragen pflegen, um seinen Leib hat er den Strick mit den Gänsen und zu seinen Füßen liegt eine Vierkanne. Sein Todestag war der 17. März 1599.</p></div></div></body></text></TEI>