<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">5. Wie der Galgen am Markte zu Altenburg wegkam</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
                                        Bibliothek inklusive Metadaten sowie davon einzeln zugängliche Teile
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                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid15033</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen/Zweiter Band/Anhang/5. Wie der Galgen am Markte zu Altenburg wegkam</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 2, 2. Aufl., Dresden: Schönfeld, 1874.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>307-</extent><publicationStmt><date>1874</date><pubPlace>Dresden</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
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Rathe speiste, und darauf hatte der hochedle Stadtrath lange gewartet. Flugs kamen die Stadtknechte und henkten einen Dieb an den Galgen. Als sich nun die Herrschaften zu Tische setzten bei dem Rath, gab es auf der Tafel, denn die Sonne schien gerade recht schön, ein gar kurzweiliges Schattenspiel, denn so wie ein Windstoß den Gehenkten am Galgen schaukelte, so lief dessen Schatten über die Tafel und besonders über den Teller des Fürsten, und wollte demselben kein Bissen schmecken, so daß er ungnädig aufstand und das Haus verließ.</p><p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg942.2.5">In der Nacht darauf wurde der Galgen niedergerissen, denn der fürstliche Rath ließ dem hochedlen Stadtrath vermerken, wie er sich wundere, daß man den schönen Markt mit dem Galgen verunreinigen lasse, der Stadtrath aber that, als ob er den Galgen, der doch ein altes Denkmal sei, gar nicht gern wegräume.</p></div></div></body></text></TEI>