<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">505. Das Himmelfahrtsbier im Mansfeldischen</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid15144</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/505. Das Himmelfahrtsbier im Mansfeldischen</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 1, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>461-</extent><publicationStmt><date notAfter="1871" notBefore="1868"></date><pubPlace>Glogau</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
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dazu noch ein schwarzes Rind mit weißen Füßen und weißer Blässe, einen Ziegenbock mit vergoldeten Hörnern und ein vierspänniges Fuder Semmeln zu entrichten.</p><p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg1583.2.3">Gegenwärtig erzählt man, daß eine Gräfin von Mansfeld, die ihr Gemahl verstoßen habe, in diesen Dörfern freundlich aufgenommen worden sei, und als der Graf später ihre Unschuld erkannte und die Verstoßene wieder zu Ehren aufnahm, habe er den fünf Dorfgemeinden den Zehnten unter der Bedingung erlassen, daß sie alle Jahre am Himmelfahrtstage ein Fest feiern und dabei zu seinem Gedächtniß eine Tonne Bier tränken.</p><p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg1583.2.4">Das Geld, mit welchem das Fest ausgerichtet wird, schießen die einzelnen Dorfgemeinden zusammen; sie erwählen zwei Bierherren, die Alles anordnen und nichts zu zahlen brauchen. Das Bier aber muß bis auf den letzten Tropfen ausgetrunken werden und jeder Fremde, der vorübergeht, muß mittrinken. In Fienstedt, Gorsleben, Zörnitz und Krimpe trinkt man das Bier im Dorfe, in Gödewitz auf einem Hügel vor demselben, welcher davon der Bierhügel heißt und auf den am Himmelfahrtsmorgen aus jedem Hause ein Bewohner kommen muß. Wenn eine Gemeinde das Fest nicht mehr feiern wollte, so wäre sie, wie man sagt, verpflichtet, einen Bock mit ganz goldenen Hörnern, zwei Fuhren Semmeln und eine Tonne Mückenfett der Obrigkeit zu liefern.</p></div><div type="footnotes"><head type="h4" xml:id="tg1583.2.5">Fußnoten</head><note xml:id="tg1583.2.6.note" target="#tg1583.2.1.1"><p xml:id="tg1583.2.6"><anchor xml:id="tg1583.2.6.1" n="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/505. Das Himmelfahrtsbier im Mansfeldischen#Fußnoten_1"></anchor><ref xml:id="tg1583.2.6.2" cRef="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Erster Band/Provinz Sachsen und Thüringen/505. Das Himmelfahrtsbier im Mansfeldischen#Fußnote_1">1</ref> Nach Sommer S. 149. Poetisch behandelt in Mansfeldischer Mundart von C.F.A. Giebelhausen, Mansfeldische Sagen. Eisleben 1850. Th. I. S. 5 <hi rend="italic" xml:id="tg1583.2.6.3">sq.</hi></p></note></div></div></body></text></TEI>