<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">509. Das Gespenst in dem Zobelschen Hause zu Annaberg</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid15192</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen/Erster Band/509. Das Gespenst in dem Zobelschen Hause zu Annaberg</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 1, 2. Aufl., Dresden: Schönfeld, 1874.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>442-</extent><publicationStmt><date>1874</date><pubPlace>Dresden</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
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ein dunkelgrauer fortrauschender Schatten erschienen, hat sich einst mit einem nackenden Arme blicken lassen, grünes Waldreißig auf die Hausthüren gesteckt, dergleichen auch auf den Spiegel gethan. Im hinteren Hofgewölbe hat sichs hören lassen, als ob Bergleute arbeiteten, eine Kugel hat es die Treppe hinunter geworfen, alte Kleider hat es hervorgetragen und seltsam aufgehängt, den Schlafenden die Betten nehmen wollen, bei Tage etliche Betten verschleppt, brennend Licht auf den Boden getragen. Einen wachenden beherzten Bürger überfiel, seinen Gedanken nach, etwas in der Nacht ganz wie ein zottiger brauner Bär. Bisweilen sah es zum Stallfenster heraus, ganz wie ein altes Angesicht mit einer schwarzen Haube. Es gab der Hausgenossin eine starke Ohrfeige, daß man die rothen Striemen noch des andern Tages sehen konnte, es steckte die Ofenkrücke, Ofengabel, einen langen Borstwisch mit allerlei Lumpen behangen, zur Hausthüre hinaus auf die Gasse, zog den großen Wassertrog ab, versteckte die Zapfen, setzte ein brennendes Licht auf die Hausbank, schürte Feuer auf den Heerd. Dergleichen Schalkheit übte es sehr viel, und wenn es etwas angestiftet, so lachte es. Es versteckte die Schlüssel, streuete Korn vom Boden herab auf den Hof, der Hausgenossen Betten trug es auf den Gang hervor, man sah aber keinen Träger. Es steckte noch allerlei Sachen zusammen in den Ofentopf. Ein Studiosus sah etwas wie ein altes Gesicht, es warf ihn mit Steinchen, hielt ihm rücklings beim Clavier mit kalten Händen die Augen zu, entführte auch unterschiedliche aufgebreitete Wäsche. Den 26. September befand sich Feuer und Dampf auf dem Holzstalle, worauf die Hausbewohner Lärm machten, daß es bald gelöscht wurde. Mittlerweile war aber allenthalben gute Anstalt wider alle Gefahr gemacht worden; im Hause wurde täglich zu gewissen Stunden gebetet und gesungen, es wurde auch öffentlich in der Kirche Fürbitte angestellt, es hat sich aber nachgehends weiter nichts spüren lassen.</p></div></div></body></text></TEI>