<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">43. Die wunderbare Nonne zu Gräfrath</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/104076534">Graesse, Johann Georg Theodor</persName><country>Deutschland</country><birth>1814.0</birth><death>1885.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid13508</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Zweiter Band/Die Rheinprovinz/43. Die wunderbare Nonne zu Gräfrath</note><note type="kolimo-date">1834</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title><author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author></titleStmt><extent>57-</extent><publicationStmt><date notAfter="1871" notBefore="1868"></date><pubPlace>Glogau</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
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ihre Sünden abzubüßen. Diese aber fiel vor ihr auf die Kniee und pries sie wegen ihrer unendlichen Demuth und als sie sie durch die Räume des Klosters nach ihrer frühern, wie sie meinte, jetzt vereinsamten Zelle führte, da sah sie voll Verwunderung, wie alle die Schwestern, an denen sie vorüber ging, sich voll Demuth und Verehrung vor ihr neigten. Als sie aber in ihrer Zelle angelangt sich auf die Kniee warf und inbrünstig zu dem dort aufgehängten Bilde der h. Jungfrau um Vergebung ihrer Sünden flehte, da sprach eine Stimme aus demselben zu ihr: »Beruhige Dich, Niemand weiß hier im Kloster von Deiner siebenjährigen Abwesenheit, ich wußte, daß Du zurückkehren würdest, und weil Du früher mit so inniger Liebe mir anhingest, hat in Deiner Abwesenheit ein heiliger Engel an Deiner Statt und in Deiner Gestalt diese Zelle bewohnt, sodaß man Dich nie vermißt hat.«</p></div></div></body></text></TEI>