<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title type="main">1. Eine beträchtliche Augen-Entzündung</title><author><persName ref="http://d-nb.info/gnd/100466311">Du Monchaux, Pierre-Antoine-Joseph</persName><country>Frankreich</country><birth>1733.0</birth><death>1766.0</death></author><respStmt corresp="#availability-textsource-1" xml:id="textsource-1"><orgName>TextGrid</orgName><resp><note type="remarkResponsibility"> Der annotierte Datenbestand der Digitalen
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                                    Philologie, Georg-August-Universität Göttingen</orgName><address><addrLine>Käthe-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen</addrLine><country>Germany</country></address></publisher><pubPlace>Göttingen</pubPlace><date type="publication">2016-06</date><availability corresp="#textsource-1" xml:id="availability-textsource-1"><licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"><p>CC-BY-3.0</p></licence></availability><idno type="kolimo">kid785</idno></publicationStmt><notesStmt><!--kolimo-date is an aproximation for publication year and is derived from author birth year +20--><note type="SourcePath">/Literatur/M/Dumonchaux, Pierre-Joseph-Antoine/Werk/Medicinische Anecdoten/Medicinische Anekdoten/1. Eine beträchtliche Augen-Entzündung</note><note type="kolimo-date">1753</note><note type="author-gender">männlich</note></notesStmt><sourceDesc><biblFull><titleStmt><title>[Dumonchaux, Pierre-Joseph-Antoine] : Medicinische Anecdoten : oder Sammlung besonderer Fälle, welche in die Anatomie, Pharmaceutik, Naturgeschichte etc. einschlagen, nebst einigen merkwürdigen Nachrichten von den berühmtesten Aerzten, Aus dem Französischen übersetzt, 1. Theil, Frankfurt und Leipzig: Tobias Göbhart, 1767 [Nachdruck München: Hormon Chemie, o. J.].</title><author>Dumonchaux, Pierre-Joseph-Antoine</author></titleStmt><extent>1-</extent><publicationStmt><date when="1767"></date><pubPlace>Frankfurt und Leipzig</pubPlace></publicationStmt></biblFull></sourceDesc></fileDesc><encodingDesc><editorialDecl><p>
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Montagne, <hi rend="bold" xml:id="tg9.2.5.3">von einem Grobschmidt, von einem Reisenden, alles zu Rathe halten, und von einem jeden das aufnehmen, was er zu Markte träget; es dienet alles zur Haushaltung, selbst die Thorheiten und Schwachheiten eines andern haben ihren guten Nutzen.</hi> Ein grosser und in der Chirurgie sehr geschickter Arzt wurde eines Tages zu einem Bauern beruffen, welcher sich einen eisernen Splitter in das Aug gebracht hatte, der ihn sehr beunruhigte: er war aber so klein, daß die feinsten Instrumente nichts davon fassen konnten; er versuchte alle bekannte Mittel ihn heraus zu ziehen, allein kein einziges Instrument leistete die verlangte Hülfe. Das Aug entzündete sich; man ließ dem Kranken zu Ader, und weil man ein Fieber befürchtete, welches sich auch kurz darauf einstellte, so hielte man ihn zu einer sehr strengen Ordnung im Essen und Trinken an, allein mit allen diesem wurde das Aug von dem eisernen Splitter nicht befreyet. Der Arzt verzweifelte gänzlich, daß es ihm damit gelingen würde. Seine Gemahlin konnte seine Verlegenheit nicht ohne Gelächter ansehen. Sie wollte mit ihm wetten, daß sie so gleich zu dem kranken Bauern hingehen und ihm helsen wollte, und daß sie hievon mehr verstünde als er, für so geschickt man ihn auch hielte, weil sie ein sicheres Mittel wüste, das kleine <pb xml:id="tg9.2.5.4" n="2"></pb>
Stückgen Eisen so gleich heraus zu ziehen, welches ihm zum Trotz so hartnäckig darinnen stecken bliebe. <hi rend="bold" xml:id="tg9.2.5.5">Fabricius Hildanus,</hi> welcher hier selbst zugleich der Schauspieler und Geschichtschreiber ist, erstaunte über dieses Versprechen. Er hatte sich so viele Wissenschaft bey seiner Gemahlin nicht vermuthet, endlich ließ er sich es für diesesmal gefallen, ihr Schüler zu werden; er nahm sie also mit sich, und sie besuchten den Bauer miteinander, den sie noch kränker als des Tages vorhero befanden. Die neue Agnodice<ref type="noteAnchor" target="#tg9.2.9"><anchor xml:id="tg9.2.5.6" n="/Literatur/M/Dumonchaux, Pierre-Joseph-Antoine/Werk/Medicinische Anecdoten/Medicinische Anekdoten/1. Eine beträchtliche Augen-Entzündung#Fußnote_1"></anchor><ptr cRef="/Literatur/M/Dumonchaux, Pierre-Joseph-Antoine/Werk/Medicinische Anecdoten/Medicinische Anekdoten/1. Eine beträchtliche Augen-Entzündung#Fußnoten_1"></ptr><hi rend="superscript" xml:id="tg9.2.5.7.1">1</hi></ref> entsetzte sich nicht im geringsten darüber; sie sagte zu ihrem Gemahl, er sollte das Aug öfnen und die Augenlieder sorgfältig von einander halten, sie zog darauf einen wohl zubereiteten Magnet aus ihrer Tasche, und führte solchen mit vieler Vorsichtigkeit so nahe als möglich über die Oberfläche des Auges; sie fuhr damit bald zu einem bald zu dem andern Winkel, ob schon nicht ohne Zittern, und ohne sich wegen des Erfolgs ihrer Operation zu fürchten; allein ihre Furcht war von keiner langen Dauer, dann nach einigen Augenblicken sahe man den Splitter gegen den Magnet zu fliegen. Man wird leicht errathen, daß sie nicht stumm bliebe. Fabricius war nicht unerkenntlich, er gestunde dem Kranken, daß er ohne ihre <pb xml:id="tg9.2.5.8" n="3"></pb>
Hülfe nicht den geringsten Begrif von diesem glücklichen Mittel gehabt hätte, und alle waren vergnügt.</p><lb xml:id="tg9.2.6"></lb><p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg9.2.7"><hi rend="italic" xml:id="tg9.2.7.1">Fabr. Hildanus, Centur.</hi> 5. <hi rend="italic" xml:id="tg9.2.7.2">Obs.</hi> 21.</p></div><div type="footnotes"><head type="h4" xml:id="tg9.2.8">Fußnoten</head><note xml:id="tg9.2.9.note" target="#tg9.2.5.6"><p xml:id="tg9.2.9"><anchor xml:id="tg9.2.9.1" n="/Literatur/M/Dumonchaux, Pierre-Joseph-Antoine/Werk/Medicinische Anecdoten/Medicinische Anekdoten/1. Eine beträchtliche Augen-Entzündung#Fußnoten_1"></anchor><ref xml:id="tg9.2.9.2" cRef="/Literatur/M/Dumonchaux, Pierre-Joseph-Antoine/Werk/Medicinische Anecdoten/Medicinische Anekdoten/1. Eine beträchtliche Augen-Entzündung#Fußnote_1">1</ref> S. die CCI. Bemerkung in dem zweyten Theil dieser Anekdoten.</p></note></div></div></body></text></TEI>