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			<titleStmt>
				<title>Briefmarke der Deutschen Bundespost (1972)</title>
				<funder> Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)</funder>
				<principal>
					<rs type="person">Prof. Dr. Gabriele Lingelbach</rs>
					<affiliation>
						<rs type="institution" ref="http://d-nb.info/gnd/2097883-2">
							Historisches Seminar der
							Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
						</rs>
						<address>
							<street>Leibnizstr. 8</street>
							<postCode>24118</postCode>
							<settlement>Kiel</settlement>
							<country key="XA-DE">Deutschland</country>
						</address>
					</affiliation>
				</principal>
				<respStmt>
					<resp>Encoding von</resp> 
					<name type="person">Jan Stoll</name>
					</respStmt>
					<respStmt>
					<resp>Digitalisierung der Briefmarke durch</resp>
					<name type="person">Bertold Scharf</name>
				</respStmt>
			</titleStmt>
			<publicationStmt>
				<distributor>
					<rs type="institution" ref="http://d-	nb.info/gnd/2097883-2">Historisches Seminar der
						Christian-Albrechts- Universität zu Kiel
					</rs>
				</distributor>
				<availability>
					<licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/">
						<p>Lizenziert unter der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung -
							Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland (CC BY-SA
							3.0 DE)
						</p>
					</licence>
				</availability>
				<date when-iso="2016-4">April 2016</date>
			</publicationStmt>
			<seriesStmt>
				<title>Quellensammlung zur Geschichte von Menschen mit Behinderungen seit 1945</title>
				<editor>DFG-Projekt „Menschen mit Behinderung in Deutschland nach 1945. Selbstbestimmung und Partizipation im deutsch-deutschen Vergleich: Ein Beitrag zur Disability History“</editor>
			</seriesStmt>
			<sourceDesc>
					<bibl>Kommentar von <author><rs type="person">Sebastian Schlund</rs></author> zur Briefmarke der Deutschen Bundespost anlässlich der XXI. Weltspiele der Gelähmten in Heidelberg 1971.</bibl>
					<msDesc>
					<msIdentifier></msIdentifier>
					<physDesc>
						<objectDesc>
							<supportDesc>
								<extent>Briefmarke<graphic url="textgrid:3c19k.0" xml:id="D5-Bild"/></extent>
							</supportDesc>
						</objectDesc>
					</physDesc>
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				<p>Die digitale Quellensammlung wurde im Rahmen des DFG-Projektes "Menschen mit Behinderung in Deutschland nach 1945. Selbstbestimmung und Partizipation im deutsch-deutschen Vergleich: Ein Beitrag zur Disability History" erstellt. Zielgruppe der Quellensammlung ist die interessierte Öffentlichkeit, die Materialien sind gerade auch für den Unterricht an Schulen und Hochschulen ausgewählt.</p>
			</projectDesc>
			<samplingDecl>
				<p>Die Auswahl der Quellen erfolgte auf Grundlage der Rechercheergebnisse der Dissertationen der Projektmitarbeiter Bertold Scharf, Sebastian Schlund und Jan Stoll.</p>
				<p>Es wird keine Vollständigkeit angestrebt. Ziel ist es, Ausschnitte zu präsentieren, die paradigmatisch für die Geschichte(n) von Menschen mit Behinderungen stehen oder auf markante Ausnahmen hinweisen.</p>
				<p>Die fünf Bereiche stehen für unterschiedliche gesellschaftliche	Sphären, die von der Forschung bisher kaum	berücksichtig wurden.</p>
			</samplingDecl>
			<editorialDecl>
				<hyphenation eol="none">
					<p>Die Silbentrennung des Quelltextes wurde nicht beibehalten.</p>
				</hyphenation>
				<p>Die alte Rechtschreibung wird beibehalten, Rechtschreibung und Fehler im Quelltext werden nicht korrigiert. Fehler im Original werden mit [sic!] gekennzeichnet oder mit dem Element <sic/> gekennzeichnet und im Element <corr>[Ausbesserung]</corr> ausgebessert. Zeilenumbrüche und das Layout werden nicht originalgetreu wiedergegeben. Auslassungen sind mit <gap reason="sampling"><desc>[...]</desc></gap> gekennzeichnet. Abkürzungen werden beibehalten, ggf. aber zusätzlich aufgelöst und in eckigen Klammern dargestellt.</p>
			</editorialDecl>
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		<profileDesc>
			<langUsage>
				<language ident="de" usage="100">Deutsch</language>
			</langUsage>
			<textClass>
				<keywords>
				<term>BRD</term>
				<term>Sport</term>
				<term>Paralympics</term>
				</keywords>
			</textClass>
		</profileDesc>
		<revisionDesc>
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			<change>
					<rs type="person">Bertold Scharf</rs>
					<note>Version 1.0. Veröffentlicht am:</note>
					<date when-iso="2017-05-30">30.5.2017</date>
				</change>
			<change>
					<rs type="person">Bertold Scharf</rs>
					<note>Endkorrektur</note>
					<date when-iso="2017-05-30">30.5.2017</date>
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  <text>
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   	<figure corresp="#D5-Bild">
  	<figDesc>
  	Abgebildet ist eine Sonderbriefmarke der <rs type="institution" ref="http://d-nb.info/gnd/2007726-9" key="Deutsche Bundespost">Deutschen Bundespost</rs> anlässlich der <q>XXI. Weltspiele der Gelähmten</q> in 
  	<rs type="place" ref="http://d-nb.info/gnd/4023996-2" key="Heidelberg">Heidelberg</rs> im Jahre 
  	<date when-iso="1972">1972</date>. Im Mittelpunkt steht eine Zeichnung eines im Rollstuhl sitzenden Bogenschützen, der mit seinem Bogen seitlich aus dem Bildausschnitt herauszielt. 
	Die Sehne des Bogens ist voll gespannt, so dass er den eingelegten Pfeil unmittelbar abzuschießen scheint.
  	</figDesc>
  	</figure>
  	<p>Mit dieser Sonderbriefmarke warb die <rs type="institution" ref="http://d-nb.info/gnd/2007726-9" key="Deutsche Bundespost">Deutschen Bundespost</rs> für die <q>Weltspiele der Gelähmten</q> in <rs type="place" ref="http://d-nb.info/gnd/4023996-2" key="Heidelberg">Heidelberg</rs> im Jahre <date when-iso="1972">1972</date>. Der Erlös der Aktion sollte der Finanzierung des Vorläufers der heutigen Paralympischen Sommerspiele dienen. Erst seit den Spielen von <rs type="place" ref="http://d-nb.info/gnd/4122021-3" key="Seoul">Seoul</rs> <date when-iso="1988">1988</date> finden alle Paraylmpischen Spiele am selben Austragungsort statt, die auch als Bühne für die Olympischen Spiele dienen. Das Organisationskommitee der Olympischen Spiele von <rs type="place" ref="http://d-nb.info/gnd/4127793-4" key="München">München</rs> im Jahre <date when-iso="1972">1972</date> sah sich außerstande auch die Austragung der Paralympics zu übernehmen und führte vor allem bauliche Barrieren im <rs type="place" ref="http://d-nb.info/gnd/1048579328" key="Olympisches Dorf München">Münchener Olympischen Dorf</rs> an. Der <hi rend="italic"><rs type="association" ref="http://d-nb.info/gnd/5032880-3" key="International Stoke Mandeville Games Federation">International Stoke Mandeville Games Federation</rs></hi> gelang es mit <rs type="place" ref="http://d-nb.info/gnd/4023996-2" key="Heidelberg">Heidelberg</rs> zumindest eine Alternative in der <country key="XA-DE">Bundesrepublik</country> zu finden. Seit der Premiere der Weltspiele <date when-iso="1948">1948</date> im englischen <rs type="place" key="Stoke Mandeville">Stoke Mandeville</rs> war es <date when-iso="1960">1960</date> in <rs type="place" ref="http://d-nb.info/gnd/4050471-2" key="Rom">Rom</rs> und <date when-iso="1964">1964</date> in <rs type="place" ref="http://d-nb.info/gnd/4078337-6" key="Tokio">Tokio</rs> nur zwei Mal zu einer Nutzung der olympischen Austragungsstätten gekommen. Die Spiele von <rs type="place" ref="http://d-nb.info/gnd/4023996-2" key="Heidelberg">Heidelberg</rs> stellten mit fast 1.000 Teilnehmern (287 Frauen) aus 43 Nationen die bis dahin größte internationale Sportveranstaltung für behinderte Menschen dar. Letztmalig traten bei den Wettkämpfen ausschließlich Athletinnen und Athleten mit Rückenmarkverletzungen an. Die Wahl, einen rollstuhlfahrenden Bogenschützen als Symbol für die Weltspiele zu präsentieren, kann dabei als Hommage an den Ursprung der paralympischen Bewegung gesehen werden: <date when-iso="1948">1948</date> traten 16 Patienten des <hi rend="italic">Spinal Cord Unit</hi> der Rehabilitations-Einrichtung in <rs type="place" key="Stoke Mandeville">Stoke Mandeville</rs> zu Bogenschießwettbewerben an. Der Leiter der Einrichtung, <rs type="person" ref="http://d-nb.info/gnd/129293555" key="Guttmann, Ludwig (1899-1980)">Ludwig Guttmann</rs>, bis heute als Gründer der paralympischen Bewegung verehrt, hatte die positive Wirkung des Sports auf die spezifische körperliche Verfassung von Rückenmarkpatienten erkannt. Letztlich gingen die heutigen Paralympics somit aus einer heiltherapeutischen Maßnahme hervor.
  	</p>
  	<listBibl>
  	<head>Literaturhinweise:</head>
  	<bibl><author><rs type="person" ref="http://d-nb.info/gnd/1025704908">Daniel Westermann</rs></author>: <title type="main">Die XXI. Weltspiele der Gelähmten in Heidelberg 1972</title>. <title type="sub">Entstehungsgeschichte und Ablauf</title>, <pubPlace>Heidelberg</pubPlace> <date when-iso="2014">2014</date>.</bibl>
    <bibl><author><rs type="person">Geoffrey Swan</rs></author>/<author><rs type="person">Teresa Mead</rs></author>/<author><rs type="person">Douglas J. Klein</rs></author>/<author><rs type="person">David Serlin</rs></author>: <title level="a">Overcoming Another Obstacle: Archiving a Community's Disabled History</title>, in: <title level="j">Radical History Review</title> <biblScope unit="issue">94</biblScope>(<date when-iso="2006">2006</date>), S. <biblScope unit="page" from="228" to="239">228–239</biblScope>.</bibl></listBibl>
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    </text>
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