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		<fileDesc>
			<titleStmt>
				<title>Kundgebung zum "Deutschen Kriegsopfertag" (Zeitungsartikel; Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.4.1953)
				</title>
				<funder>Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)</funder>
					<principal>
					<rs type="person">Prof. Dr. Gabriele Lingelbach
					</rs>
					 <affiliation> <rs type="institution" ref="http://d-nb.info/gnd/2097883-2"> Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 
					 </rs> 
					 <address> <street>Leibnizstr. 8</street> 
					 <postCode>24118</postCode> 
					 <settlement>Kiel</settlement> 
					 <country key="XA-DE">Deutschland</country> 
					 </address> 
					 </affiliation> 
					 </principal>
				<respStmt>
					<resp> Transkription von </resp>
					<name type="person">Jan Stoll </name>
					</respStmt>
					<respStmt>
					<resp> Encoding von</resp>
					<name type="person">Jan Stoll </name> 
					</respStmt>
					<respStmt>
					<resp> Digitalisierung durch </resp>
					<name>Frankfurter Allgemeine Zeitung </name>
					</respStmt>
					</titleStmt>
			<publicationStmt>
			<publisher> Frankfurter Allgemeine Zeitung</publisher>
			<pubPlace> Frankfurt am Main </pubPlace>
				<availability status="restricted">
				<p> © Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv</p>
				</availability>
				<date when-iso="2016-4"> April 2016 </date>
			</publicationStmt>
			<seriesStmt>
				<title> Quellensammlung zur Geschichte von Menschen mit Behinderungen seit
					1945</title>
				<editor>DFG-Projekt „Menschen mit Behinderung in Deutschland nach 1945. Selbstbestimmung und Partizipation im deutsch-deutschen Vergleich: Ein Beitrag zur Disability History“</editor>
			</seriesStmt>
			<sourceDesc>
				<bibl>
				<author><rs type="person">Tr.</rs></author>:
						<title  type="main">Die Kriegsopfer fordern Linderung ihrer Notlage</title>. <title type="sub">
							50000 Menschen auf der Kundgebung zum
							<q>Deutschen Kriegsopfertag 1953</q>
							in Frankfurt</title>, in: 
						<title>Frankfurter Allgemeine Zeitung</title> vom 
						<date><origDate when-iso="1953-4-27">27.4.1953</origDate></date>, 
						<biblScope>S. 5</biblScope>.</bibl>
					</sourceDesc>
		</fileDesc>
		<encodingDesc>
			<projectDesc>
				<p>Die digitale Quellensammlung wurde im Rahmen des DFG-Projektes "Menschen mit Behinderung in Deutschland nach 1945. Selbstbestimmung und Partizipation im deutsch-deutschen Vergleich: Ein Beitrag zur Disability History" erstellt. Zielgruppe der Quellensammlung ist die interessierte Öffentlichkeit, die Materialien sind gerade auch für den Unterricht an Schulen und Hochschulen ausgewählt.</p>
			</projectDesc>
			<samplingDecl>
				<p>Die Auswahl der Quellen erfolgte auf Grundlage der Rechercheergebnisse der Dissertationen der Projektmitarbeiter Bertold Scharf, Sebastian Schlund und Jan Stoll.</p>
				<p>Es wird keine Vollständigkeit angestrebt. Ziel ist es, Ausschnitte zu präsentieren, die paradigmatisch für die Geschichte(n) von Menschen mit Behinderungen stehen oder auf markante Ausnahmen hinweisen.</p>
				<p>Die fünf Bereiche stehen für unterschiedliche gesellschaftliche	Sphären, die von der Forschung bisher kaum	berücksichtig wurden.</p>
			</samplingDecl>
			<editorialDecl>
				<hyphenation eol="none">
					<p>Die Silbentrennung des Quelltextes wurde nicht beibehalten.</p>
				</hyphenation>
				<p>Die alte Rechtschreibung wird beibehalten, Rechtschreibung und Fehler im Quelltext werden nicht korrigiert. Fehler im Original werden mit [sic!] gekennzeichnet oder mit dem Element <sic/> gekennzeichnet und im Element <corr>[Ausbesserung]</corr> ausgebessert. Zeilenumbrüche und das Layout werden nicht originalgetreu wiedergegeben. Auslassungen sind mit <gap reason="sampling"><desc>[...]</desc></gap> gekennzeichnet. Abkürzungen werden beibehalten, ggf. aber zusätzlich aufgelöst und in eckigen Klammern dargestellt.</p>
			</editorialDecl>
		</encodingDesc>
		<profileDesc>
		<langUsage>
		<language ident="de" usage="100">Deutsch</language>
		</langUsage>
		<textClass>
		<keywords>
		<term>Kriegsopfer</term>
		<term>Kriegsopferverbände</term>
		<term>Kriegsversehrte</term>
		<term>BRD</term>
			</keywords>
				</textClass>
		</profileDesc>
		<revisionDesc>
			<listChange>
			<change>
					<rs type="person">Bertold Scharf</rs>
					<note>Version 1.0. Veröffentlicht am:</note>
					<date when-iso="2017-09-19">19.9.2017</date>
				</change>
				<change>
					<rs type="person">Bertold Scharf</rs>
					<note>Endkorrektur</note>
					<date when-iso="2017-05-09">9.5.2017</date>
				</change>
				<change>
					<rs type="person">Jan Stoll</rs>
					<note>Markup vereinheitlicht.</note>
					<date when-iso="2016-4-26">26.4.2016</date>
				</change>
				<change>
					<rs type="person">Raphael Rössel</rs>
					<note>Angleichung an Encoding Guidelines</note>
					<date when-iso="2017-9-05">05.09.2017</date>
				</change>
			</listChange>
		</revisionDesc>
	</teiHeader>
	<text>
		<body>
		<head rend="scream" type="main">Die Kriegsopfer fordern Linderung ihrer Notlage</head>
		<head type="sub">50000 Menschen auf der Kundgebung zum
				<q>Deutschen Kriegsopfertag 1953</q>
				in
				<rs type="city" ref="http://d-nb.info/gnd/4018118-2" key="Frankfurt am Main">Frankfurt</rs></head>
			<div><byline>Tr.</byline>
				<p>Aus Anlaß des
					<q>Kriegsopfertages <date when-iso="1953">1953</date></q>
					hat auf einer von 50 000 Menschen besuchten Kundgebung in
					<rs type="city" ref="http://d-nb.info/gnd/4018118-2" key="Frankfurt am Main">Frankfurt</rs>
					der
					<rs type="association"  ref="http://d-nb.info/gnd/30495-5" key="Sozialverband VdK Deutschland">Verband der
						Kriegsbeschädigten Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner
						Deutschlands (<abbr>VdK</abbr>)
					</rs>
					die beschleunigte Verabschiedung einer Novelle zum
					<rs type="law" ref="http://d-nb.info/456234713" key="Bundesversorgungsesetz (1950)">Bundesversorgungsgesetz </rs>
					durch den
					<rs type="institution">Bundestag</rs>
					gefordert. [...]
				</p>
				<p>
					Als Schirmherr der Kundgebung, zu der Bundes- und
					Landtagsabgeordnete fast aller Parteien und Vertreter der
					Landesregierungen
					erschienen waren, richtete <rs type="person" ref="http://d-nb.info/gnd/11871371X" key="Kolb, Walter (1902-1956)"> Oberbürgermeister <abbr type="title">Dr.</abbr>
					Kolb</rs>
					ein Grußwort an die Versammlung.
					Er sagte, daß es stets ein Anliegen
					der deutschen Städte gewesen sei die Lage der Kriegsopfer zu
					verbessern. Der häufig zitierte Satz
					<q>Der Dank des Vaterlandes ist euch
						gewiß
					</q>
					müsse auch verwirklicht werden.
				</p>
				<p>[...]</p>
				<p>
					Auf der Veranstaltung betonte der
					<rs type="person" ref="http://d-nb.info/gnd/1119642833" key="Nitsche, Hans (1893-1962)">
						Präsident des Verbandes,
						Nitsche</rs>, daß zur Aufrechterhaltung
					des inneren und äußeren Friedens und zur
					Verwirklichung einer
					gerechten Sozialpolitik den Opfern beider
					Kriege wirtschaflich und
					moralisch geholfen werden müsse. Unter
					Protestrufen der Versammlung
					verlas er ein Schreiben des
					<rs type="person" ref="http://d-nb.info/gnd/124041973" key="Storch, Anton (1892-1975)">
						Bundesarbeitsministers
						Storch
						</rs>, in dem dieser mitteilte, er bedaure, zu der Kundgebung keinen
					Vertreter seines Ministeriums entsenden zu können, da
					das
					Verbandsorgan
					<q>Die Fackel</q>
					heftige Kritik an der Arbeit seines Ministeriums geübt habe, obwohl
					seinem Ministerium der hohe Stand der Versorgung der Kriegsopfer zu
					danken sei. Eine Gerichtsklage gegen den für
					den Aufsatz
					verantwortlichen Redakteur sei erhoben worden.
		
				</p>
			</div>
			<div>
				<head type="sub">Konfessionelle und parteipolitische Neutralität</head>
				<p>
					<rs type="person" ref="http://d-nb.info/gnd/1119642833" key="Nitsche, Hans (1893-1962)">
					Nitsche</rs> betonte, daß sein Verband sich
					ungeachtet der Drohung des
					Bundesministers mit dem Staatsanwalt, konsequent für die
					Linderung
					der Not seiner Mitglieder, die durch die Teuerung der Gegenwart und
					die Lücken
					im
					<rs type="law" ref="http://d-nb.info/456234713" key="Bundesversorgungsesetz (1950)">Bundesversorgungsgesetz</rs> 
					entstanden sei,
					einsetze. Man werde erneut
					Bundeskanzler Dr.
					<rs type="person" ref="http://d-nb.info/gnd/11850066X" key="Adenauer, Konrad (1876-1967)">
						Adenauer 
						</rs>
					ein ungeschminktes Bild der wirklichen Lage geben.
					<rs type="person" ref="http://d-nb.info/gnd/1119642833" key="Nitsche, Hans (1893-1962)">
						Nitsche</rs> versicherte, daß sein Verband konfessionelle und parteipolitische
					Neutralität wahre und sich den staatspolitischen Forderungen der
					Demokratie gegenüber verantwortlich wisse. Der Verband
					habe, das
					müsse er besonders betonen, niemals
					die vom Arbeitsministerium
					vorbildlich geleistete Arbeit herabgesetzt. [...]
				</p>
			</div>
			<div>
				<head type="sub">Sichtbare und unsichtbare Not</head>
				<p>
					<rs type="person" key="Wuttke, Max">
						Hauptgeschäftsführer
						Wuttke </rs>
					erinnerte in
					seinem Referat daran, daß in
					<country ref="XA-DE">Deutschland </country>
					unter den Kriegsopfern zweier Weltkriege noch
					viel sichtbare und
					unsichtbare Not zu beseitigen sei. Wenn es Kreise gebe, die eine
					solche Kundgebung nicht gerne gesehen hätten, weil
					sie der irrigen
					Meinung seien, der Verband wolle mit dieser Zusammenkunft seiner
					Mitglieder einen Druck auf gesetzgeberische und
					regierende Kreise
					ausüben, so könne er nur erwidern, daß alle das Recht besäßen,
					nicht Untertanen sondern Bürger zu sein. Das vom
					Verband gegenüber
					dem Staate abgelegte Treuegelöbnis werde auch in Zukunft gehalten.
					<rs type="person" key="Wuttke, Max">Wuttke </rs>
					betonte weiter, daß im Hinblick auf die
					Kriegsopfer nicht die Frage
					<q>Was kostet die Hilfe</q>
					, sondern die Frage
					<q>Welche Hilfe tut not?</q>
					maßgebend sei. Bevor die Mittel für eine
					<q>neue Wehrmacht</q>
					bereitstünden, müsse man
					die Versorgung der Opfer zweier Weltkriege
					sicherstellen.
									</p>
			</div>
			<div>
				<gap reason="sampling"><desc>[...]</desc>
				</gap>
			</div>
		</body>
	</text>
</TEI>
