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			<titleStmt>
				<title>Frankfurter "Behinderten-Urteil" (Zeitungskommentar; Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.4.1980)</title>
			<funder>Deutsche Forschungsgemeinschaft</funder>
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					<rs type="person">Prof. Dr. Gabriele Lingelbach</rs>
					 <affiliation><rs type="institution" ref="http://d-nb.info/gnd/2097883-2">Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel</rs></affiliation>
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					 <street>Leibnizstr. 8</street> 
					 <postCode>24118</postCode> 
					 <settlement>Kiel</settlement> 
					 <country key="XA-DE">Deutschland</country> 
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					<resp> Transkription von</resp>
					<name type="person">Jan Stoll</name>
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					<resp> Encoding von</resp>
						<name type="person">Jan Stoll</name></respStmt>
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					<resp> Digitalisierung durch</resp>
					<name type="person"> Jan Stoll</name>
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			<publisher>Frankfurter Allgemeine Zeitung</publisher>
				<availability status="restricted"><p>© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv.</p>
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				<date when-iso="1980-04-22">22.4.1980</date>
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				<title>Quellensammlung zur Geschichte von Menschen mit Behinderungen in Deutschland seit 1945</title>
				<editor>DFG-Projekt „Menschen mit Behinderung in Deutschland nach 1945. Selbstbestimmung und Partizipation im deutsch-deutschen Vergleich: Ein Beitrag zur Disability History“
				</editor>
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						<author>tk.</author>: <title level="a">Heile Urlaubswelt</title>, in: <title level="j">Frankfurter Allgemeine Zeitung</title> vom <date when-iso="1980-4-22">22.4.1980</date>, S. <biblScope unit="page">27</biblScope>.</bibl>
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				<msIdentifier></msIdentifier>
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								<support>Artikel aus Recherchen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.</support>
								<extent>3 Spalten, 6 Absätze.</extent>
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				<p>Die digitale Quellensammlung wurde im Rahmen des DFG-Projektes "Menschen mit Behinderung in Deutschland nach 1945. Selbstbestimmung und Partizipation im deutsch-deutschen Vergleich: Ein Beitrag zur Disability History" erstellt. Zielgruppe der Quellensammlung ist die interessierte Öffentlichkeit, die Materialien sind gerade auch für den Unterricht an Schulen und Hochschulen ausgewählt.</p>
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			<samplingDecl>
				<p>Die Auswahl der Quellen erfolgte auf Grundlage der Rechercheergebnisse der Dissertationen der Projektmitarbeiter Bertold Scharf, Sebastian Schlund und Jan Stoll.</p>
				<p>Es wird keine Vollständigkeit angestrebt. Ziel ist es, Ausschnitte zu präsentieren, die paradigmatisch für die Geschichte(n) von Menschen mit Behinderungen stehen oder auf markante Ausnahmen hinweisen.</p>
				<p>Die fünf Bereiche stehen für unterschiedliche gesellschaftliche	Sphären, die von der Forschung bisher kaum	berücksichtig wurden.</p>
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			<editorialDecl>
				<hyphenation eol="none">
					<p>Die Silbentrennung des Quelltextes wurde nicht beibehalten.</p>
				</hyphenation>
				<p>Die alte Rechtschreibung wird beibehalten, Rechtschreibung und Fehler im Quelltext werden nicht korrigiert. Fehler im Original werden mit [sic!] gekennzeichnet oder mit dem Element <sic/> gekennzeichnet und im Element <corr>[Ausbesserung]</corr> ausgebessert. Zeilenumbrüche und das Layout werden nicht originalgetreu wiedergegeben. Auslassungen sind mit <gap reason="sampling"><desc>[...]</desc></gap> gekennzeichnet. Abkürzungen werden beibehalten, ggf. aber zusätzlich aufgelöst und in eckigen Klammern dargestellt.</p>
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				<language ident="de" usage="100">Deutsch</language>
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			<term>Stereotype</term>
			<term>Urlaub</term>
			<term>Vorurteile</term>
			<term>BRD</term>
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					<rs type="person">Bertold Scharf</rs>
					<note>Version 1.0. Veröffentlicht am:</note>
					<date when-iso="2017-11-08">08.11.2017</date>
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					<rs type="person">Bertold Scharf</rs>
					<note>Endkorrektur</note>
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					<rs type="person">Jan Stoll</rs>
					<note>Markup finalisiert.</note>
					<date when-iso="2016-4-22">22.4.2016</date>
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				<rs type="person">Raphael Rössel</rs>
				<note>Angleichung an Encoding Guideline</note>
	<date when-iso="2017-09-19">19.09.2017</date>
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 		<head type="main">Heile Urlaubswelt</head>
		<opener><byline>tk.</byline></opener> <p>Kaum ein Urteil hat in der letzten Zeit derartige Schelte erfahren wie jenes der 24. <rs type="place" ref="http://d-nb.info/gnd/4018118-2" key="Frankfurt am Main">Frankfurter</rs> Zivilkammer, die als Berufungsinstanz einer Klägerin recht gab. Die ältere Dame aus <rs type="place" ref="http://d-nb.info/gnd/4031483-2" key="Köln">Köln</rs> hatte von einem großen <rs type="place" ref="http://d-nb.info/gnd/4018118-2" key="Frankfurt am Main">Frankfurter</rs> Reiseunternehmen auf Rückerstattung eines Teils der Kosten geklagt, die ihr für einen Aufenthalt in einem <country key="XA-GR">griechischen</country> Hotel entstanden waren. Der heikle Punkt der Beschwerde: Sie hatte in einer Gruppe von 25 <country key="XA-SE">schwedischen</country>&#160;<rs type="BezeichnungFuerMenschenMitBehinderungen">Schwerstbehinderten</rs> - <rs type="BezeichnungFuerMenschenMitBehinderungen">Menschen mit geistigen und körperlichen Defekten</rs>, die der Art waren, daß jedem eine Begleitperson zur Betreuung mitgegeben war - eine Beeinträchtigung ihres Urlaubserlebnisses gesehen.</p>
			<p>Ein Amtsrichter in <rs type="place" ref="http://d-nb.info/gnd/4071362-3" key="Frankfurt-Höchst">Höchst</rs> versuchte das Thema <q><rs type="BezeichnungFuerBehinderung">Behinderung</rs></q> dadurch zu vermeiden, daß er auch andere Mängelrügen der Klägerin in den Vordergrund seiner Entscheidung stellte. Das beklagte Unternehmen ließ durch seinen Anwalt ausführen, es sei jedoch in Wirklichkeit ganz allein um die Behinderten gegangen, strengte Berufung an und unterlag erneut. Die 24. Zivilkammer, die aus drei Berufsrichtern besteht, gab der Klägerin ein zweites Mal recht, diesmal mit deutlichen Hinweisen darauf, daß ein jeder, der die berühmten schönsten Tage des Jahres bezahle, auch einige Ansprüche anzumelden habe.</p>
			<p>Wie nicht anders zu erwarten, geriet das - grundsätzlich verbraucherfreundliche Urteil – in die klappernde Mühle unser aller gestörten Verhältnisse zu <rs type="BezeichnungFuerMenschenMitBehinderungen">Behinderten</rs> und ihrer Problematik. Durch Fehlinformationen mannigfacher Art, durch wenig hilfreiche Straßenbefragungen per Mikrophon nach der Art <q>Haben Sie etwas dagegen, gemeinsam mit einem <rs type="BezeichnungFuerMenschenMitBehinderungen">Rollstuhlfahrer</rs> zu Mittag zu essen</q> erregten sich die Behindertenverbände, die Gutwilligen und sogar die für gewöhnlich Gleichgültigen.</p>
			<p>In der Tat: einige Formulierungen des rechtlich nicht mehr anfechtbaren Urteils der Kammer waren in ihrer Eindeutigkeit schockierend. Da hieß es: <q>Es ist nicht zu verkennen, daß eine Gruppe von <rs type="BezeichnungFuerMenschenMitBehinderungen">Schwerstbehinderten</rs> bei empfindsamen Menschen eine Beeinträchtigung des Urlaubsgenusses darstellen kann. Dies gilt jedenfalls, wenn es sich um <rs type="BezeichnungFuerMenschenMitBehinderungen">verunstaltete geistesgestörte Menschen</rs> handelt, die keiner Sprache mächtig sind … Daß es Leid auf der Welt gibt, ist nicht zu ändern, aber es kann der Klägerin nicht verwehrt werden, wenn sie es jedenfalls während des Urlaubs nicht sehen will.</q></p>
			<p>Darauf eben kam's an. Es gibt das Recht, vor dem Elend der Welt die Augen zu verschließen. Daß dies eine Frau tat, die es nicht ertrug, Tobsuchtsanfälle von <rs type="BezeichnungFuerMenschenMitBehinderungen">Kranken</rs> im Aufzug Tag für Tag mitzuerleben – es ist, bei allem Mitgefühl für die <rs type="BezeichnungFuerMenschenMitBehinderungen">Kranken</rs>, verständlich. Dem Reiseunternehmen ist sicher nicht vorzuwerfen, daß es versucht hat, per Gerichtsurteil einen behindertenfreundlichen Spruch zu erreichen. Doch es darf wohl auch angenommen werden, daß hinter diesem Versuch der rechtlichen Klärung die Besorgnis steckte, künftighin Vertragshotels nicht nur nach Zimmer- und Strandqualität, nach durchschnittlicher täglicher Sonneneinstrahlung und Güte des Bedienungspersonal zu testen, sondern auch noch überprüfen zu müssen, ob möglicherweise <rs type="BezeichnungFuerMenschenMitBehinderungen">Kranke</rs> Urlaub machen wollen.</p>
			<p>Jedenfalls gibt es den Anspruch auf eine heile Urlaubswelt.</p>
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	</text>
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