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            <title>119. Die Gründung von Fürstenfeld</title>
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               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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                  <title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title>
                  <author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author>
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                                    <p xml:id="tg2040.2.4">Bei Kreuznach an der Nahe erheben sich die Trümmer einer uralten Veste, der Wohnsitz der ehemaligen Raugrafen von Boyneburg, die im Nahegau, an der Mosel und Maas viele Güter besaßen, von deren stolzen Burgen aber heute nur noch wenig Ueberreste vorhanden sind.</p>
                                    <p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg2040.2.5">Im Jahre 1256 war Ludwig der Strenge Pfalzgraf am Rhein und hatte zur Gattin Maria von Brabant. Leider war aber dieser Mann nicht blos streng, sondern auch hart und grausam und vorzüglich jedem Mißtrauen zugänglich. In diesem Jahre war er in einer Fehde begriffen, und es traf sich, daß Maria durch einen Boten zwei Briefe schickte, deren einer an ihn, der andere an seinen Waffenbruder Heinrich von Boyneburg, ihren Vetter und Jugendgespielen gerichtet war. Weil der Bote aber nicht lesen konnte, so unterschied sie ihre Briefe durch ein schwarzes und rothes Siegel. Demohngeachtet ereignete sich eine Verwechselung und hatte die schrecklichsten Folgen. Der Pfalzgraf empfing nämlich Mariens Brief an den Raugrafen, fand darin einige Ausdrücke, die er unrichtig erklärte und gerieth deswegen in so heftigen <pb n="137" xml:id="tg2040.2.5.1"/>
Zorn, daß er den unbefangenen Boten auf der Stelle erstach. Nun ritt er flugs nach Donauwörth, seiner Gemahlin Wohnsitz. Da er unterwegs noch mehr in die Hitze des Jähzorns kam, so hieb er den ihm auf der Zugbrücke entgegenkommenden Kastellan auf der Stelle nieder. Im Vorzimmer saß Maria's Kammerfräulein Helika von Prennenberg; Ludwig stieß derselben den Dolch in die Brust und dann ließ er auch die Hofmeisterin aus einem Erkerfenster in die Donau stürzen. Aber den Beschluß der Mordscene machte die arme Maria, die er Tages darauf enthaupten ließ. Heinrich von Boyneburg entging blos durch schleunige Flucht einem ähnlichen Schicksale, der Verblendete aber erkannte nach einiger Zeit seinen Irrthum und das Abscheuliche seiner That. Vor Reue und Betrübniß ergrauete er in einer Nacht und um sich nach damaligem Wahne mit dem Himmel zu versöhnen, ließ er die Benedictiner-Abtei Fürstenfeld erbauen und begüterte sie auf's Reichste.</p>
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