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               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
                                   davon einzeln zugängliche Teile sind eine Abwandlung des Datenbestandes von
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                  <title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title>
                  <author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author>
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                                    <p xml:id="tg3094.2.4">Der Ort Lammspringe hat seinen Namen nicht von dem kleinen Flüßchen Lamme, welches dort in der Nähe fließt, sondern von dem sogenannten Lämmchenborn, aus dem freilich jenes Flüßchen hervorsprudelt. Es stand nämlich vor uralten Zeiten auf der Stelle, wo jetzt das Lammspringer Mönchskloster sich befindet, ein Nonnenkloster. Einst kamen dort die frommen Schwestern in große Noth, weil in Folge anhaltender Dürre alle Brunnen versiegt waren und weder für Thiere noch Menschen das hinreichende Wasser beschafft werden konnte. Diese Noth schnitt einer Schwester recht tief in die Seele, als sie im Klostergarten lustwandelnd sehen mußte, wie Alles durch die anhaltende Dürre erstorben und verdorrt war; sie warf sich auf die Kniee nieder und flehte im inbrünstigen Gebet zu Gott, der Noth gnädig ein Ende zu machen und das ihm geweihte Haus mit Wasser zu versorgen. Kaum hatte die Nonne das Gebet vollendet und sich gestärkt erhoben, als ihr Blick auf ein Lämmchen fiel, das sie aufgezogen hatte und welches ihr wie ein Hündlein überall hin zu folgen pflegte. Das Lämmchen scharrte eifrig den Boden und plötzlich entsprang der Stelle, wo dasselbe gescharrt hatte, ein kräftiger klarer Quell. Da war der Noth für immer ein Ende und dieser ergiebige Quell sprudelt noch heute an demselben Orte hervor. Zum ewigen Gedächtniß des Wunders ward der Brunnen überwölbt und das Bild des Lämmchens, durch welches das Wunder geschehen war, ziert noch heute einen der bemoosten Steine des Brunnens.</p>
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