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            <title>7. Die drei Altväter</title>
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               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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                  <title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title>
                  <author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author>
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                                       <head type="h4" xml:id="tg2138.2.1">g) Die drei Altväter.</head>

                                       <p xml:id="tg2138.2.2">Im siebenjährigen Kriege, als die Oesterreicher im Weistritzthale festen Fuß gefaßt hatten, kam auch eine Anzahl Offiziere auf die Kynsburg, um das Innere derselben anzusehen. Die Herrschaft war längst abgereist und <pb n="235" xml:id="tg2138.2.2.1"/>
hatte sich an einen sichern Ort begeben, nur der Beamte mit seinen Leuten war zu Hause. Die Offiziere verlangten nun von demselben, er solle alle Zimmer öffnen, da sie das Schloß ansehen wollten. Der Verwalter erklärte sich hierzu sofort bereit, bemerkte aber, daß einige Gemächer schon seit vielen Jahren verschlossen seien und er solche darum nicht öffnen könne, weil die Schlüssel längst verloren gegangen seien. Dies half aber nichts, es ward ihm befohlen, einen Schlosser kommen und durch diesen die verschlossenen Zimmer aufsprengen zu lassen.</p>
                                       <p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg2138.2.3">Während sich nun die Offiziere im andern Theile des Schlosses umsahen, ward der Schlosser angewiesen, im hintern Theile der Burg die verschlossenen Thüren aufzusperren. Er that dies auch ohne große Mühe und so kam er auch an eine schmale eiserne Pforte; er versuchte mehrere Nachschlüssel, endlich paßte einer und plötzlich sprang das Schloß auf. Er trat in ein kleines dunkles Zimmer; aber was sah er? Drei alte Männer in langen Kleidern, denen ihre weißen Bärte die Brust bedeckten, saßen an einem Tische, auf dem ein großes Buch aufgeschlagen war, und hefteten ihre starren Augen auf den Eintretenden. Der Schlosser, ein beherzter Mann, wagte nicht weiter zu gehen, sondern eilte aus dem Gemach und warf hinter sich die Thüre in's Schloß. Dann lief er, was er konnte, den Berg hinunter nach seiner Wohnung und dort angekommen sank er vor Ermattung und Schreck zu Boden; seine Angehörigen hoben ihn auf und legten ihn in's Bett, welches er für längere Zeit hüten mußte. Er ward später noch öfters aufgefordert, die Thüre wieder zu suchen, allein er hat sie niemals wieder auffinden können.</p>
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