<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns:jxb="http://java.sun.com/xml/ns/jaxb" xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xmlns:tns="http://textgrid.info/namespaces/metadata/core/2010" xmlns:tgl="http://textgrid.info/namespaces/metadata/language/2010" xmlns:tgs="http://textgrid.info/namespaces/metadata/script/2010" xmlns:tgr="http://textgrid.info/namespaces/metadata/agent/2010" xml:id="tg2960" n="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Zweiter Band/Hannover/980. Die Meerfrau im Kolk zu Icker">
   <teiHeader xmlns:fn="http://www.w3.org/2005/xpath-functions" xmlns:xi="http://www.w3.org/2001/XInclude" xmlns:a="http://www.textgrid.info/namespace/digibib/authors">
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title>980. Die Meerfrau im Kolk zu Icker</title>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <idno type="handle">hdl:11858/00-1734-0000-0006-4D82-3</idno><idno type="TextGridUri">textgrid:10t3p.0</idno><availability>
               
               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
                                   davon einzeln zugängliche Teile sind eine Abwandlung des Datenbestandes von
                                   www.editura.de durch TextGrid und werden unter der Lizenz Creative Commons
                                   Namensnennung 3.0 Deutschland Lizenz (by-Nennung TextGrid) veröffentlicht. Die
                                   Lizenz bezieht sich nicht auf die der Annotation zu Grunde liegenden
                                   allgemeinfreien Texte (Siehe auch Punkt 2 der Lizenzbestimmungen). </p>
               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/legalcode">Lizenzvertrag</ref>
               </p>
               <p>
                  <ref target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> Eine vereinfachte
                                   Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in
                                   allgemeinverständlicher Sprache </ref>
               </p>
               <p>
                  <ref target="http://www.textgrid.de/Digitale-Bibliothek">Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek</ref>
               </p>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <biblFull>
               <titleStmt>
                  <title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title>
                  <author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author>
               </titleStmt>
               <extent>821-</extent>
               <publicationStmt>
                  <date notBefore="1868" notAfter="1871"/>
                  <pubPlace>Glogau</pubPlace>
               </publicationStmt>
            </biblFull>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc>
         <creation>
            <date notBefore="1814" notAfter="1871"/>
         </creation>
         <textClass>
            <keywords scheme="http://textgrid.info/namespaces/metadata/core/2010#genre">
               <term>other</term>
            </keywords>
         </textClass>
      </profileDesc>
   </teiHeader>
                     <text>
                        <body>
                              
                                 
                              
                              
                              <div type="text" xml:id="tg2960.2">
                                 <div type="h4">
                                    <head type="h4" xml:id="tg2960.2.1">980. Die Meerfrau im Kolk zu Icker.</head>

                                    <milestone unit="head_start"/>
                                       <p rend="zenoPC" xml:id="tg2960.2.2">
                                          <seg rend="zenoTXFontsize80" xml:id="tg2960.2.2.1">(Nach Sudendorf a.a.O. S. 257, bei Kuhn a.a.O. Bd. I. S. 54.)</seg>
                                       </p>
                                    <milestone unit="head_end"/>
                                    <lb xml:id="tg2960.2.3"/>
                                    <p xml:id="tg2960.2.4">Zu Icker giebt es auch einen ähnlichen Kolk oder See, mit einer schwimmenden Insel, der im Jahre 1411 durch einen Erdfall entstanden<ref type="noteAnchor" target="#tg2960.2.7">
                                          <anchor xml:id="tg2960.2.4.1" n="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Zweiter Band/Hannover/980. Die Meerfrau im Kolk zu Icker#Fußnote_1"/>
                                          <ptr cRef="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Zweiter Band/Hannover/980. Die Meerfrau im Kolk zu Icker#Fußnoten_1"/>
                                          <hi rend="superscript" xml:id="tg2960.2.4.2.1">1</hi>
                                       </ref> ist. Davon giebt es folgende Sage:</p>
                                    <p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg2960.2.5">
                                       <pb n="821" xml:id="tg2960.2.5.1"/>
Auf dem Kolk zu Icker schwimmt mitten auf dem Wasser eine mit Bäumen und Gras bewachsene Insel, auf dieser pflegen die Meerweiber, die unten auf dem Grunde des Kolk wohnen, sich mit ihren Kindern zu belustigen, zuweilen kommen sie aber auch ans Ufer zu demselben Zwecke. Nun liegt hier ganz in der Nähe der Hof Hanfeild, eines Tages kommt nun der Besitzer desselben herab zum Kolk um Fische zu fangen und findet am Ufer einen kleinen Jungen, der am ganzen Leibe rauh war wie eine Rüde. Er nahm ihn mit nach Hause und legte ihn dort unter die Ofenbank und hier blieb er nun den ganzen Tag über liegen. Als es Nacht ward, da kam die alte Meerfrau, rief ihr Kind nach der Hecke, welche das Haus umgab, und gab demselben durch diese durch zu trinken und sagte immer dazu: »Trink, mein Kindchen, trink!« So machte sie es alle Nächte; als nun aber das Kind größer ward, dachten die Bauern, sie würden der Mutter einen Gefallen thun, wenn sie das Kind scheerten, damit man ihm ordentliche Kleider anziehen könne. So thaten sie auch, schoren das Kind, aber nur zur Hälfte. Wie es nun wieder Nacht ward, da kam die alte Meerfrau, nahm ihr Kind mit fort und sagte: »Sau as ji myn Kiind hebt schuoren | Is jue Glück un Stye verluoren«, und bis ins siebente Glied hat Hanfeild's Hof immer nur Unglück getroffen.</p>
                                 </div>
                                 <div type="footnotes">
                                    <head type="h4" xml:id="tg2960.2.6">Fußnoten</head>

                                    <note xml:id="tg2960.2.7.note" target="#tg2960.2.4.1">
                                       <p xml:id="tg2960.2.7">
                                          <anchor xml:id="tg2960.2.7.1" n="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Zweiter Band/Hannover/980. Die Meerfrau im Kolk zu Icker#Fußnoten_1"/>
                                          <ref cRef="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Zweiter Band/Hannover/980. Die Meerfrau im Kolk zu Icker#Fußnote_1" xml:id="tg2960.2.7.2">1</ref> Ein zweiter entstand daneben am 22. April 1782.</p>
                                    </note>
                                 </div>
                              </div>
                           </body>
                     </text>
                  </TEI>
