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            <title>133. Der h. Lubentius</title>
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               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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                  <title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title>
                  <author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author>
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                                    <head type="h4" xml:id="tg2054.2.1">133. Der h. Lubentius.</head>

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                                    <p xml:id="tg2054.2.4">Im Jahre 340 der christlichen Zeitrechnung sandte der Trierer Bischof Maximin II. seinen Schüler, den h. Lubentius, in die Gegenden der untern Mosel und an die Ufer der Lahn und des Rheins, um hier das Evangelium zu predigen. Groß waren die Wunder, durch welche Gott seinen Heiligen <pb n="151" xml:id="tg2054.2.4.1"/>
hier verherrlichte, das Volk feierte noch bis in die erste Hälfte dieses Jahrhunderts hinein das Andenken dieses seines Schutzpatrons durch ein jährliches Fest und am Lubentiustage<ref type="noteAnchor" target="#tg2054.2.8">
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                                          <hi rend="superscript" xml:id="tg2054.2.4.3.1">1</hi>
                                       </ref> loderten auf allen Höhen die Triumphfeuer des Sieges, welchen hier das Evangelium über das Heidenthum errungen hatte. Noch heute heißt eine Fuhrt in der Mosel unterhalb des Ortes, welche zu dem schräg gegenüberliegenden Dieblich führt, der St. Lubentiuspfad, weil man erzählt, der Heilige sei an dieser Stelle immer trockenen Fußes über den Rhein gegangen.</p>
                                    <p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg2054.2.5">Indeß fand der fromme Mann nicht lauter Verehrer und Schüler, im Gegentheil, er hatte auch viele Gegner. Unter andern lebte zu Cobern ein reicher und angesehener Mann, der ihm alles mögliche Böse anthat. Anfangs ertrug der fromme Mann Alles geduldig, allein als es ihm endlich zu arg ward, da bat er Gott, er möge doch dem Treiben des Gottlosen ein Ziel setzen. Von Stund an verfiel aber der reiche Mann in eine schwere Krankheit und als er endlich wieder von ihr aufstand, da sah er am ganzen Körper braun aus und zum Andenken an die Ruchlosigkeit ihres Vorfahren haben alle seine Nachkommen bis auf den heutigen Tag diese Farbe behalten.</p>
                                    <p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg2054.2.6">Endlich nach langjährigem wohlthätigen Wirken rief Gott seinen Heiligen zu sich. Die Bewohner des Rheins und der Mosel, welche von seinem Ableben Nachricht erhalten hatten, kamen zusammen und stritten um die Leiche des Verblichenen. Sie setzten dieselbe in einem Sarge auf ein Schiff, welches im schnellsten Laufe die Mosel abwärts, den Rhein hinauf in die Lahn stieg, und an den Ufern dieses Flusses tausend Schritte aufwärts trieb bis an jenen Ort, wo die Kirche zu Dietkirchen erbaut ist. Daselbst landete sie. Die Einwohner des letztgenannten Ortes beerdigten die Leiche und bewahrten sie mit aller Hochachtung bis auf den heutigen Tag, wo noch das Haupt des h. Lubentius daselbst gezeigt wird.</p>
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                                    <head type="h4" xml:id="tg2054.2.7">Fußnoten</head>

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                                          <ref cRef="/Literatur/M/Grässe, Johann Georg Theodor/Sagen/Sagenbuch des Preußischen Staats/Zweiter Band/Die Rheinprovinz/133. Der h. Lubentius#Fußnote_1" xml:id="tg2054.2.8.2">1</ref> Sein Sterbetag soll entweder den 6. Februar oder 13. October d.J. 369 gewesen sein.</p>
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