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            <title>1175. Der Stein bei Sudheim</title>
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               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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                  <title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title>
                  <author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author>
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                                    <p xml:id="tg3156.2.4">Wenn man bei Sudheim von der Heerstraße links nach dem Dorfe Hillerse abgeht, so kommt man auf den sogenannten Hilleschen Bek, einen mit Weiden bepflanzten und von einem kleinen Bache durchschnittenen Anger. Gleich vorn an der ersten Weide sieht man noch in gleicher Fläche mit dem Boden die Reste eines Sandsteins, der sich früher fast in Mannshöhe aus der Erde erhob. Auf diesem Steine war das Bild eines Mädchens ausgehauen, und dabei waren zwei Löcher, Fußtapfen ähnlich.</p>
                                    <p rend="zenoPLm4n0" xml:id="tg3156.2.5">Ein Mädchen ward angeklagt, ihr eigenes Kind umgebracht zu haben, aber sie war unschuldig. Daher sagte sie, als sie vor den Richtern stand, auf einen dort liegenden Sandstein hindeutend, sie wäre so gewiß unschuldig, wie sie durch diesen Stein hindurchtreten würde, als wenn es Butter wäre. Mit diesen Worten trat sie auf den Stein und mit beiden Füßen auch sogleich hindurch. So wurde sie freigesprochen und der Stein, mit ihrem Bilde versehen, an diese Stelle geschafft und da aufgerichtet. Er ist aber allmälig ganz verschwunden, weil die Leute immer Stücke davon abschlugen, indem der Glaube im Volke herrschte, daß ein Stückchen von diesem Steine gegen mancherlei Krankheiten, wie gegen Gicht und fallende Sucht äußerst wirksam sei.</p>
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