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            <title>6. Der treue Hund</title>
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               <p> Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie
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                  <title>Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau: Carl Flemming, 1868/71.</title>
                  <author key="pnd:104076534">Grässe, Johann Georg Theodor</author>
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                                       <head type="h4" xml:id="tg2137.2.1">f) Der treue Hund.</head>

                                       <p xml:id="tg2137.2.2">Im Anfange des 18. Jahrhunderts ritt der Sohn des damaligen Besitzers, eines Freiherrn von Eben, ein junger rascher Knabe, täglich auf einem kleinen Pferde nach Schweidnitz in Begleitung eines großen dänischen Hundes in die Schule. Er kehrte gewöhnlich zu einer gewissen Stunde durch das Schlesierthal und über den sogenannten Karetenweg, einen in Felsen gehauenen schmalen, nur für die Burgbewohner bestimmten Fahrweg, an den ein tiefes Thal mit schroffen Felswänden stößt, zurück. Eines Tages kam er jedoch zur gewohnten Stunde nicht wieder; man glaubte erst, er habe irgendwo einen Besuch gemacht, als aber eine Stunde nach der andern verging, ohne daß er wiederkehrte, machten sich Vater und Mutter des jungen Mannes mit ihren Leuten auf den Weg, um ihm entgegenzugehen. Da sahen sie schon aus weiter Ferne das Pferd am steilen Abhange stehen, und zwar ohne Reiter. Als man aber näher kam, da stand der Hund vorn neben dem Pferde, den Zügel desselben im Maule haltend, der junge Eben aber, mit einem Fuß fest im Steigbügel, hing mit dem ganzen Leibe, den Kopf nach unten, weit hinaus über das Fahrgleis in das tiefe Thal hinab. Wäre das Pferd nur noch drei Schritte weiter gegangen, würde er unfehlbar kopfüber in den Abgrund gestürzt sein; allein die Klugheit des Hundes hatte dies verhindert, indem er den Zügel des Pferdes mit seinem Gebiß eisenfest hielt. Man machte den Knaben sorgfältig los, richtete ihn in die Höhe und als er wieder zu sich kam, erzählte er, daß sein Pferd sich vor Etwas unversehens gescheut und einen ungewöhnlichen Satz gemacht habe, worüber er aus dem Sattel gekommen und herabgestürzt sei, worauf der Hund aber den Zügel ergriff und den Fall verhinderte. Aus Dankbarkeit ließen die erfreuten Eltern den Retter und Geretteten neben einander in Lebensgröße abmalen und zum immerwährenden Andenken in der Burg aufhängen.</p>
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