Strebensmüde Nachts in stummer Kammer lag ich Strebensmüd' und lebensbang; Sorgen, irr wie Fledermäuse, Huschten das Gebälk entlang. Geisterhaft ein ernstes Weib Mir zum Trost am Lager wachte, Starrte in die Kerzenflamme; Und da las ich, was sie dachte: »Weine, bis du mit verweinten Augen endlich klar erschaust, Daß die holde Welt ein Trugbild, Dem du niemals straflos traust. – Füllst du stattlich Schrein und Truhe, Bleibt die Seele dennoch leer; Trinkst du von dem Trank der Ehre, Wird dich dürsten mehr und mehr. Und nun Becher, Spiele, Tänze, Festgepränge durch den Saal ... Mitten in dem Rausch der Freude Fühltest du geheime Qual. Voller Liebe und Vertrauen Drücktest du so manche Hand; Als du in das Herz gesehen, Hast du trübe dich gewandt. Einem argen Rosenstrauche Gleicht das Leben, dornbewehrt; Hält die wunde Hand die Rose, Hat ein Wurm den Kelch versehrt. Darum laß die Rosen gleißen, Geh vorbei und blicke kalt! Ueber solche, die entsagen, Hat das Leiden nicht Gewalt.«