Die einundvierzigste Fabel. Vom Fuchs one Schwanz. Im strick da ward ein fuchs gefangen Und blieb bei seinem schwanz behangen Und sahe, daß er nit mocht entgan, Biß ab den schwanz und lief davon. Des schemet sich derselbig fuchs, Daß er sahe hinden wie ein luchs; Er dacht zu suchen einen fund, Daß er dennoch mit ern bestund, Und fordert alle füchs zusamen. Auf ein bestimmten tag sie kamen. Er sprach: »Ir brüder, freund und magen, Etwas nötigs hab ich zu sagen. Ir wißt, wie uns die langen schenzen Nachzoten wie die gippenfenzen, Werden uns oft vom regen schwer, Ziehen wie naße fliegen her. Ich rat, ein jeder wöll abschneiden Sein schwanz, vil ferlichkeit zu meiden; Dest weniger habt ir zu tragen.« Die red tet alln füchsen behagen; Doch widersprachs ein alter fuchs: »Wolt, daß der mein noch lenger wuchs. Gott hat uns drumb den schwanz beschert, Daß im sommer den fliegen gwert, Und ist zu tragen gar gering. Weil dichs dünkt so ein nütze ding, So bhalt den vorteil dir allein Und machen nicht eim jedern gmein.« Wenn eine ku in kat gefallen, Dieselb bekleckt die andern allen. Wer kommen ist in unfall groß, Freut sich, daß er hat ein genoß, Wie solchs die fabel tut entdecken Von den fischern und von den schnecken.